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Europäisches Staatensystem.
Sie wechseln in diesen Jahreszeiten ziemlich regelmäßig ab, und könnendaher als wahre Monsune betrachtet werden. Die Regenzeit fällt aufden Sommer und Herbst, aber sie seht oft aus, und es entsteht alsdann,wie schon erwäbnt, große Dürre. Der Distrikt George, so wie dieweiter östlich gelegenen Distrikte Uicenhage und Albany leiden jedochweniger von dieser Trockenheit, hier ist reichliche Feüebtigkcit, daher auchdiese Gegenden des Gouvernements einen üppigen Waldwuchs besitzen,der in den übrigen Bezirken sparsam ist oder ganz fehlt. Nichts destoweniger ist die Kapsche Flora überaus reich und manchfaltig; aber dieStapelprovukte des Landes, so weit sie dem Pflanzenreich angehören,sind unsere europäischen Cerealien, die mit dem glücklichsten Erfolge nachSüdafrica verpflanzt worden sind. Der Wcinstock bildet, ganz besondersin Stellenbosch und im Kap-Distrikt, einen Hauptzweig des National-Reichlhums. Und Rindvieh-, so wie Schaafzucht wird mit großem Eifergetrieben; der Ochs ist als Zugvieh fast ausschließlich im Gebrauch.Den Viehstand s. 1!k. Bd., S. 502.
Die Bewohner des Vorgebirges der guten Hoffnung sind zum aller-größten Theil Nachkommen der ersten holländischen Ansiedler, daher auchdie holländische Sprache die Volkssprache ist. Die Afrikanders, wie dieBewohner genannt werden, spalten sich in drei Klassen, in Wein-, Land-und Vichbauern. Die letzteren sind die zahlreichsten und sicherlich auchdie wohlhabendsten. Seitdem dieß Kapland dem Britischen Reiche ein-verleibt worden, haben sich auch Engländer daselbst niedergelassen, alsAckerbauer in Uitenhage, Somerset und Albany, als Handelsleute in derHauptstadt und vielen anderen Orten des Gouvernements. Vor Abschußfung des Menschenhandels hatten die Holländer viele Sklaven eingeführt,die sich im Kaplande durch den Überschuß der Gebornen gegen die Ge-storbenen stark vermehrt haben. Diese, jetzt freie Bewohner-Klasse, bestesaus Malaien vom Indischen Archipelagus, aus Negern der West- u»dOstküste Afrika's, und aus den, mit einem Malaien- oder Neger-Mädebe"gezeügten Kindern eines Afrikanders. Die Malaien sind ein gewer^fleißiges Völkchen, theils Handwerker, theils Fischer. Die Urbevölkerungbesteht aus Hottentotten; sie haben ihre ursprüngliche Lebensweise, ntHirten nämlich, größtentheils beibehalten. Verschiedene Varietäten d"Hottentotten - Rage leben an den Gränzen des Gouvernements; so 'Kavanas, ein Gemisch von Hottentotten und Kaffcrn, die Buschmanne 'Namaquas, Damaras, die Griquas oder Bastarde aus der Verbindungvon Afrikanders und Hottentotten-Weibern entstanden, sodann die Kasseoder Amakosen, Zulasrc., die Bitjchuanen im Innern des Tafellande ,in zahlreichen Stämmen unter verschiedenen Namen.
Die Regierung des Gouvernements ist auf dieeingerichtet, mit dem Unterschiede jedoch, daß es noch kRepräscntanten-Vcrsammlung giebt, wie in den amerikanischen Gouvcr---^ments. Die Provinzial-Verwaltung ist sehr beschränkt. I»strikt giebt es einen Kommissair oder Landdrosten, aber dieser muß in a^.Sachen an den Gouverneur berichten und dessen Befehle einholen, ,Distrikt zerfällt in gewisse Unterabtheilungen, welche Feldkorantschgenannt werden; der Fcldkorant ist die einzige Polizei-Behörde,
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