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Eürvpäisches Staatensystem.
Viehstand Eüropa's gegeben worden und der Leser hat gesehen, daß derHauptviehstand Italiens in Rindvieh, Manlthieren, Eseln, Ziegen undSchafen besteht. Veredelte Schafe trifft man aber fast nur in dem nörd-lichen Theile des Landes. Schweine von einer besonderen Rasse trifftman fast überall und die Ziegen sind in der gebirgigen Gegend häufig-Viele und gute Esel trifft man in ToScana und Piemont.
Wild findet sich wenig und namentlich ist Hochwild selten; dagegengibt es in manchen Gegenden viel wildes Geflügel, z. B. Schnepfen,die sich auf der Insel Ponza versammeln und im Herbste in großerMenge geschossen werden. Wachteln findet man auf ihren Zügen sehrviele auf den Inseln im Westen von Neapel.
An Fischen ist in den Flüssen weniger Reichthum als in andernLändern, doch werden viele Fische im Meere gefangen.
Von schädlichen Thieren findet man in Italien Skorpione, Taran-teln, Schlangen und anderes Ungeziefer, besonders Flöhe, in Menge.
Das Volk.
L. Stammverschiedenhrit.
Italien wird von Italienern bewohnt, die aus der Vermischungverschiedener Völker hervorgegangen sind. Außerdem findet man Juden,mehrere Arnauten, Armenier, Griechen, Deütsche und Franzosen.
2. Volks - Charakter.
Der Italiener hat großen Hang zur Fröhlichkeit, schnelle Auffas-sungsgabe, treffliches Gedächtniß, liebt das süße Nichtsthun (il stolo«lar nieotk), ist zur Sinnlichkeit sehr geneigt, rachsüchtig, mitunter sehrfeig, verkehrt mit Jedem auf das Lebhafteste, spricht, schreit, figurirtbeständig und führt, so zu sagen, sein ganzes Leben hindurch eine Ko-mödie auf. Der wahre Schauplatz italienischer Eigenthümlichkeit sinddie Märkte, Straßen, Corst und Theater. Bei dem Italiener fließendie widersprechendsten Gegensätze zusammen und er steht beinahe in jederHinsicht dem Deütschen als Antipode gegenüber.
3. Sprache.
Die herrschende Sprache in Italien ist die italienische, die aus derlateinischen entstanden ist, und in folgende Mundarten zerfällt:
a) Die tvscanische, deren Zweige das Florentinische, Sienische, P>-stojesische, Pisanjsche, Lucchesische und Aretinische sind; b) die römischeMundart; o) die Mundart von Neapel; st) die Mundart von Calabrien;«) die Mundart von Sicilien; k) die Mundart von Sardinien, derenZweige das Cagliarische und Lugadviosche sind; §) die Mundart vonGenua; k) die Mundart von Piemont; i) und die lombardische, derenZweige der Dialekt von Parma und Ferrara sind. Als Schriftsprachehat öie tvscanische den Vorzug.
4. Stände.
Adel, Bürger, Geistliche und Bauer sind die Stände, aus denendie Bevölkerung Italiens zusammengesetzt ist. Der Adel ist sehr zahl-