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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
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Zusätze.

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125,850 Gulden, Fortepianos für 64,000 Gulden, Frauenhalstücher vonverschiedenen Stoffen für 224,200 Gulden.

Zu Seite 542.

In Asien unterhält Rußland gegenwärtig Handelsverbindungen mitPersien, der asiatischen Türkei und den in Mittelasien belegeneu kleine-ren Staaten, Khiwa. der Bucharei und Kokand. Bon diesen aus findenRußlands Erzeugnisse aber durch den Speditionshandel Eingang bisnach Vorder-Jndien. Zwar findet dieser Handel immer noch große Be-schränkungen durch die fortdauernd starke Waaren-Konkurrenz aus demübrigen Europa, vornehmlich aus England; seit den letzte» Jahren aber,bei der sichtlichen Verbesserung der russischen Waaren - Erzeugung, zuwelcher die unermüdete Fürsorge der Regierung den stärksten Impulsgibt, bemerkt man ein stärkeres Begehr der Asiaten nach russischen Fa-brikaten, die in der Qualität den fremden wenig nachzustehen beginnen,in den Preisen aber viel niedriger stehen. Als Hauptpunkte des russi-schen Handels mit Asien gelten: die Zollämter in den transkaukasischenProvinzen, Asstrachan am kaspischeu Meere, die orenburgische und ssibi-rische Gränzlinie. Im Jahre >840 war Rußlands Ausfuhr nach Asienbedeutender, denn je zuvor, sie belief sich im Werthe auf >2,652,055Rbl. B.; die Einfuhr von dort aber auf 24,125,332 Rbl. B. Haupc-Erzeügnisse der erster« sind Tücher, baumwollene, seidene und wolleneErzeügnisse, Lederwaaren, vornehmlich aus Juften bereitete, Metall undmetallene Fabrikate; der letzter» dagegen rohe und gesponnene Baum-wolle, Seidenzeüge, Shawls und Tücher, die alle großen Absatz im in-nern europäischen Rußland, unter den asiatischen Russen und unterden asiatischen Gränzvölkern finden, die Ssibirien und die transkaukasi-schen Provinzen bewohnen.

Zu Seite 548.

Die Dolks-Civilisation bat in den letzten zehn Jahren fast unglaub-liche Fortschritte gemacht; sie hat sich bereits schon in ihren fernstenTheilen begründet, die noch kürzlich jeder Kultur ganz entbehrten. Diesist namentlich der Fall mit dem ausgedehnten ssibirischen Landstrich.In West- wie in Ost-Ssibirien bestanden im Jahre 1842 bereits undwerden noch Lehranstalten für die Jugendbildung beider Geschlechter be-gründet. Jrkutsk besitzt jetzt ein Gymnasium, ganz nach dem neüenLehr-Neglement, für diese höheren Schulen organistrt; die meisten dorti-gen Kreisstädte besitzen Schulen der mittleren Gattung. In vielen Dorf-gemeinden der Gouvernements Jrkutsk und Jenisseisk bestehen Parochial-schulen, in den Dörfern der Burjäten besondere Schulen zur Erlernungder russischen Sprache. In den zum Gouvernement Jrkutsk gehörigenKreisstädten Troitzkosawodsk bestehen zwei besondere Schulen, eine zurErlernung der russisch-mongolischen, eine zweite zur Erlernung der chine-sischen Sprache. Beide werden von der örtlichen Bevölkerung stark be-sucht. Ihre Zöglinge genießen bei dem Eintritts in den Staatsdiensteinige besondere Vorrechte. Die Schule für Kinder der untern Kanzlei-Beamten in Jrkutsk bereitet junge Leiste für den Civildienst vor. EinSeminar in Jrkutsk bildet junge Geistliche. Außerdem findet man auchmehrere weibliche Erziehungsanstalten.

Zu Seite 549.

Die ehemalige russische Akademie ist durch ein Nescript vom19. Oktober 1841 mit der Akademie der Wissenschaften vereinigt wor-