Zusätze.
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Alcha und Neu-Jlrchangel'sk errichtet; in Kadjak und Unalaschka sindzugleich Waisenhaüser für elternlose Kinder, deren 3« auf Kosten derKompagnie in allen weiblichen Arbeiten geübt werden.
Die Bevölkerung von Neü-Archangcl'sk belief sich im Jahre 1834auf 847 Seelen, darunter waren 4VK Europäer, 307 Kreolen und 134kadjakische Aleüten und Kaljuschen, Summa 847, worunter 591 Männerund 256 Weiber. In den übrigen Bezirken der Kolonie, die von derKompagnie abhängen, mit Ausschluß von Neü-Archangel'sk, zählte manin demselben Jahre 246 Europäer, 684 Kreolen, 8882 Aleüten und Kad-jaker, in Allem 9812, worunter 4918 Männer und 4894 Meiber. Indieser Zahl sind weder die Kaljuschen noch die Völkerschaften im Innernder russischen Besitzungen, noch auch die Stämme, welche westlich vvmkenaisbischen Meerbusen und nördlich von der Halbinsel Alaschkas?) le-ben, mitgerechnet. Das Hauptnahrungsmittel der Einwohner machen,außer dem Getreide, gesalzenem Fleisch und Butter, welches in Kalifor-nien eingekauft wird, frische und gesalzene Fische aus. Die Beamtenversorgen sich durch Gemüsegärten mit Kartoffeln, Rüben, Kohl und an-derem Gemüse. Die Kaljuschen, die sich au die Russen gewöhnt haben,versorgen den Markt mit Rehen, Fischen, Schalthieren, Wild, und imSommer mit Wurzeln und Beeren. In jeder Jahreszeit angelt manSchellen, und zwar etwa 96« Pud im Jahre. Die arbeitende Klassenährt sich vier Monate lang im Jahre von gesalzenen, die übrigen achtMonate von frischen Fischen.
Die russischen Kolonien haben in ihrem ganzen Zuschnitte wenig mitandern Niederlassungen der Eüropäer in Amerika gemein. DaS Klima,die Gegend, die mit Wald und Sümpfen bedeckt oder völlig waldlos,mit hohen Bergen und Felsen besetzt ist, setzen dem Ackerbau und derViehzucht unüberwindliche Hindernisse entgegen, und die Russen habendeßhalb ihre Besitzungen nur auf einen schmalen Küstenstrich beschränktund leben in völliger Abhängigkeit.
Die Kreolen (bemerkt W.) bilden in der Kolonie einen besondernStand und genießen alle dem Bürgerstande in Rußland singeraümteVorrechte, doch sind sie von der Regierung weder mit Steilen, noch sonsteiner Verbindlichkeit belegt; der Kompagnie aber müssen sie nur alsdannzehn Jahre dienen, wenn sie auf Kosten derselben erzogen worden sind;einige haben in St. Petersburg in höheren Schulanstaiten ihren Unter-richt genossen, viele erhielten ihre Erziehung in der Kolonie. Mehrerevon ibnen bekleiden bedeutende Ämter, wie z. B. Buchhalter, Schiffsbe-fehlshaber, und der beste Geistliche in der Kolonie «st ein Kreole. Ihregeistigen Fähigkeiten sind sehr gut und sie zeigen besondern Hang zu me-chanischen Arbeiten.
Die Russen unterscheiden sich als Staatsbürger von den Kreolen be-sonders dadurch, daß sie in derselben Klasse bleiben, zu welcher sie inRußland gerechnet werden, und alle Abgaben und Steilen, eben so zah-len, als hätten sie ihr Vaterland nie gegen ein anderes Erbtheil ver-tauscht, nur sind sie von der Rekrutirung und den Gemeindewahlen be-freit. Der Arbeiter verpflichtet sich zu einem Aufenthalt von sieben Jah-ren, die Beamten der Kolonialverwalt,ing und die Offiziere der kaiser-lichen Marine dienen fünf Jahre. In der Kolonie gibt es weder Leib-eigene noch Sträflinge. Nur sehr wenige Eüropäer bleiben ganz in denKolonien.
Sämmtliche Ausgaben der Kompagnie in den Kolonien betrugen in