Geologie.
11
V Vogel ( Rheinquelle )
Val ValenceValp ValplanV. d. D Val de DienVel Velletri (bei Rom )
Vel Velutschi ( Griechenland )Venas Venasque
Vener Venerata, Monte
W Wildberg
Verd Verdun
Wazm Wazmann
Vill Villach ( Ost-Alpen )
Wbg Würtzburg
Vill Villingen (Schwarzwald)
Weim Weimar
Villahar Villaharta
Wildh Wildenhof
Voi Voirons
Witt Wittenberg
Vran Vranatz
W. J Wormser Joch
Ws WeselWsl WesselyY York1i Zürch
Zirkn. S Zirknitzer SeeZ. M Zeda MonteZw Zwettel
Am Schluss dieser Bemerkung glaube ich darauf merksam machen zu müssen, dass die Karte vonden Haupt-Gebirgs-Systemen Eüropa s an Deutlichkeit gewinnen dürfte, wenn einige der Kurven gleicherHöhe verschiedenartig illuminirt werden. Mit den Kurven von 1000 Fuss und 2000_4000 Fuss habe ich denVersuch gemacht und gefunden, dass dadurch die Ansicht über die Lage und das Streichen der Gebirgs-ketten und Bergebenen wesentlich erleichtert wird. Mancher Liebhaber wird vielleicht meinem Beispielefolgen.
N°. 4. Geologie voa Eüropa, nach den Hauptverhältnissen. — Allgemeine geognostische Uebersichtder Zusammenfügung der Erdrinde; — so wie chronologische Reihenfolge der Hebungssysteme;beide in tabellarischer Form.
Je sorgfältiger seit dem letzten halben Jahrhun-dert die Zusammensetzung der Erdrinde erforschtwurde, um so mehr erkannte man die Wichtigkeitund den Werth, welchen die Kenntniss des Felsbauesder Erde für die gesammte Erdkunde hat. Das Be-streben, die durch solche Forschungen erlangten Er-gebnisse auf leicht übersichtliche Weise zu veran-schaulichen und deren Zusammenhang mit anderengeographischen Verhältnissen nachzuweisen, führtezur Anfertigung der geologischen Karten.
Man deütete, was man einer gleichartigen undgleichzeitigen Bildung beizählte, durch gleiche Far-ben an: Angaben, die schon an sich allein für dieErdkunde von Werth sind, nicht nur durch den Nach-weis, welchen sie über die Verbreitung mehr oderweniger nutzbarer Natur - Erzeügnisse gewähren,sondern auch durch Veranschaulichung der Umän-derungen, welche die Erdrinde in ihren verschiedenenEntwicklungs-Epochen erlitten hat.
In letzter Beziehung wurden gute geologischeKarten um so brauchbarer, je mehr die Hypothesenüber die Entstehungsweise der verschiedenen Ge-steine eine, der Zuverlässigkeit nahekommende Wahr-scheinlichkeit erlangten, und je entschiedener sie indem einen Theil derselben den Niederschlag aus frü-heren Wasserbedeckungen, in dem andern Gebildedurch unterirdische Natur-Prozesse erzeügt, erken-nen lassen.
Doch noch wichtiger und entschiedener wurde dieWechselwirkung zwischen Geologie und Geographie,als man, hauptsächlich durch die Ergebnisse der For-schungen Leopold’s von Buch über die Gestaltungder Oberflächen-Verhältnisse der Erde zu klarerenVorstellungen gelangte. Dieser grosse Geognost hatzuerst gezeigt, dass gewisse pyrotypische Fels-arten, oder Gesteine, welche verrathen, dass siedem Einflüsse des Feüers unterworfen gewesensind, unter gewaltsamen Catastrophen den Wegzur Erdoberfläche sich gebahnt, und in dieser all-mälig die bedeütendsten Umgestaltungen hervorge-bracht haben. Hier bewirkten sie weit ausgedehnteEmporhebung des Bodens über sein bisheriges Ni-veau, dort veranlassten sie die Einsenkung weit ge-streckter Flächenraüme unter dem Meeresspiegel.Während sie sich, und die angränzenden älteren Ge-bilde zu höheren und niederen Gebirgen erhoben,veranlassten sie gleichzeitig tiefe Spalten und Ein-schnitte an der Oberfläche, in denen sich die Gewäs-ser einen neüen Weg bahnten. Welche Wichtigkeitdie Verbreitung solcher Gesteine für die richtige
Kenntniss unseres Erdkörpers hat, bedarf keinerweitern Erwähnung.
Aus diesen Rücksichten ist, auch abgesehen vomEinfluss der Gebirgs-Formationen auf Boden-Be-schaffenheit, Quellen-Reichthum und Vegetation, dieBeigabe von einigen geologisch-kolorirten Karten alsein nothwendiger Bestandtheil des PhysikalischenAtlas erachtet worden. Die erste dieser Karten giebtein ganz allgemeines Bild vom Bau der Erdrinde inEüropa. Das Format derselben hat es aber gestattet,den von ihr übrig gelassenen Raum des Blattes zurDarstellung einer_
1) Allgemeinen geognostischen Uebersicht der Zusam-menfügung der Erdrinde
zu benutzen, um als Grundlage zu dienen für den,auf No. 11 gegebenen idealen Durchschnitt von derBildung der Erdrinde. Diese Uebersicht erheischteinige erlaüternde Bemerkungen.
Die Geognosie hat den Zweck, den Bau der festenErdrinde kennen zu lernen, und überliess es bisherder Geologie zu untersuchen, auf welche Art dasVorhandene entstanden sei. Sie ist daher nach frühe-ren Begriffen eine reine Erfahrungs - Wissenschaft,der eigentlich alle Speculation fremd ist; allein manist davon in neüerer Zeit zurückgekommen, und hateingesehen, dass es kaum möglich sei, sie ganz vongeologischen Betrachtungen getrennt darzustellen,da diese mit der Geognosie so innig verbunden sind.Geognosie und Geologie sind daher, nach heütigemBegriff eine einzige Wissenschaft, die den zuletzterwähnten Namen führt, und deren Gegenstand darinbesteht, die Structur der festen Theile der Rindeunseres Planeten zu ermitteln, die Erscheinungen,welche aus dieser Structur hervorgehen, nachzuwei-sen und die Gesetze aufzufinden, die bei dem Bauder Erdrinde maassgebend gewesen sind.
Die Geologie stützt sich zwar unmittelbar auf die
Mineralogie,_oder die Kenntniss der einfachen und
zusammengesetzten unorganischen Naturkörper, wel-che den festen oder starren Theil der Oberfläche desErdkörpers bilden, — da die Gebirge als Aggregatevon Gesteinen bestehen, die man kennen muss, umihre Natur zu erkennen und zu beschreiben; dochsind es andere Verhältnisse, als die mineralogischen,die den Geologen leiten, da gleiche Mineralien in fastallen Formationen gefunden werden.
Die Erfahrung hat durch vielfältige Beobachtun-gen gelehrt, dass die Erdrinde zum grössten Theilaus übereinanderliegenden Schichten zusammenge-
3*