14 Dritte Abtheilung.
körnigen Sandsteinen, die als Dachschiefer benutztwerden; die mittleren Schichten werden vondem Corn-stone, oder Kornstein gebildet: buntenMergeln mit thonigen Sandsteinen und unreinen Kal-ken abwechselnd. Die oberen Schichten des De-vonian-System bestehen aus quarzhaltigen Sandstei-nen, die mit Conglomeraten, kieseligen Puddingenund bunten Mergeln wechseln.
Die Tabelle auf No. 4 enthält die Klassifikationder Sediment- Gesteine auf Grund der Beobachtun-gen, welche in allen Ländern Eüropa’s angestelltworden sind, und unter Benutzung vornehmlich derArbeiten jetzt wirkender englischer Geologen. DieSchichten sind nach ihrer Altersfolge von unten nachoben aufgezählt.
Um jedoch auch die Ansichten zu zeigen, welchedeütsche Geologen im Besondern von der Altersfolgeder Schichten haben, indem sie sich hierbei vorzüg-lich auf Beobachtungen stützen, die in den GebirgenDeutschlands angestellt wurden, schalt’ ich die vonBernhard Cotta aufgestellte Tabelle ein, welche dieSedimentgesteine nach ihrer Altersfolge von obennach unten, und zugleich die Nachweisung der me-tamorphischen und der massigen Felsarten nebst derAngabe enthält, bis zu welchen Höhen letztere, dievulkanischen und plutonischen Gesteine, aus demInnern der Erdrinde aufsteigend, die Formationender Schichtgesteine durchbrochen haben. Es ist mitdieser Uebersicht zugleich die ältere Eintheilung inUr- und Uebergangs-Gebirge, Secundäre und Ter-tiäre Gebilde verbunden worden, weil diese Benen-nungen meistens noch allgemein gelaüfig sind.
In keinem Zweige der Naturwissenschaften wer-den, man kann sagen, täglich so viele neüe Ent-deckungen gemacht, als in der Geologie und derdamit innigst verbundenen Paläontologie. Daherkommt es, dass ein durchgreifendes geologischesSystem, eine unveränderliche Klassifikation der Fels-arten nach Perioden, Gruppen und Formationen zuerreichen bis jetzt unmöglich ist; daher der haüfige,fast unaufhörliche Wechsel in Stellung und Benen-nung der Gebilde und selbst der Felsarten; waszwar seine unbequemen Seiten hat, nichts desto we-niger aber eine der erfreulichsten Erscheinungen ist,die es giebt, weil sie Zeügniss ablegt von dem un-aufhörlichen Streben des menschlichen Geistes 1 indem heiligen Buche der Natur richtig lesen zu lernen,und, unabhängig vom Glauben, durch Wissen zurwahren Erkenntniss zu gelangen des Alls, in wel-chem er selbst, ein Ausfluss des unendlichen Welt-geistes, schweift und schwebt als Atom zwar, demes aber in der kurzen Spanne Zeit seiner diesseitigenThätigkeit beschieden ist, die Materie sich unterthanzu machen.
Die Tabelle der allgemeinen geognostischen Ue-bersicht der Zusammenfügung der Erdrinde würdean Deütlichkeit Einbusse erlitten haben, wenn siedie Nomenklatur der Formationen vollständig, mitall’ ihren Synonymen, aufgenommen hätte. DieKenntniss dieser Synonymen ist aber wichtig, umdie von verschiedenen Geologen aufgestellten An-sichten vergleichen zu können; daher eine Nachwei-sung der hauptsächlichsten hier nicht am UnrechtenOrte sein wird. Ich nehme dabei auf die Terminolo-gie der englischen und französischen GeognostenRücksicht und knüpfe an diese Nachweisung einige
Bemerkungen über die mineralogischen Charakterder Formationen.
Das paläozoische Gebilde, Groupe palaeozoi-que der Franzosen, ist, wie schon oben erwähntwurde, gleichbedeütend mit der Grauwacken-Gruppeder deutschen Geologie, aber es hat in Deutschlandnicht die Ausdehnung, wie in England.
Das Steinkohlen-System heisst bei den Eng-ländern Carboniferous Group, bei den FranzosenTerrain houiller. — Kohlenkalkstein ist synonymmit Hochgebirgskalk, Bergkalk, Mountain lime-stone, Encrinal, Durham Formation; Calcaire äencrines, Calcaire carbonifere, es ist ein grauer,kompakter und krystallinischer Kalkstein, reich an
Blei-Adern. ._. Die Steinkohlen - Formation
heisst auch die des Kohlensandsteins und des flötz-leeren Sandsteins, des ersten Flötz- oder alten Sand-steins; im Englischen Great Coal, Goal measures,Carboniferous grit, Millestone, grit, im FranzösischenGr es houiller oder Gr es charbonneux, auch Gr'esancien rouge, genannt. Diese Formation besteht ausabwechselnden Lagern von Thonschiefer und fein-körnigem Sandstein, mit untermengten Kohlenlagernund zuweilen mit einzelnen Bänken eines rauhen,porösen Sandsteins. Die Haupt-Lagerstätten derSteinkohle sind, auf dem Festlande: Schlesien,Böhmen, Westfalen, Belgien; in England: Northum-berland, Durham, Yorkshire, Lancashire, Strafford-shire, Somersetshire, Süd-Wales, die Thäler desForth und der Clyde. In Durham erstreckt sich dasKohlenfeld (Coal-Field) von South Shields südlichnach Castle Eden, 21 Miles; von da westlich bisWest-Auckland, 32 Miles; nordöstlich von West-Auckland nach Eltringham, 33 Miles und dann nachShields, 22 Miles, was ein Areal ist von 594 Quadrat-Miles. In Northumberland erstreckt sich das Kohlen-feld von Shields gegen Norden 27 Miles weit, beieiner durchschnittlichen Breite von 9 Miles, was243 Quadrat-Miles giebt. Beide Felder zusammen837 engl, oder 39 deütsche Quadrat-Meilen.
Das Permische System stimmt in der Haupt-sache mit der Zechstein-Gruppe der deütschen Geo-gnosten überein. Es hat seinen Namen von dem eng-lischen Geologen Murchison nach dem russischenGouvernement Perm erhalten, woselbst, wie in Russ-land überhaupt, die Schichten dieses Systems inungeheürer Ausdehnung und meist in ungestörter,wagerechter Lage Vorkommen. Früher hiess diesesSystem in der englischen Geologie Magnesian Li-mestone Group; die neüere Geologie der Franzosengiebt ihm den Namen Systeme permien oder S. pe-nSen. — Das Rothliegende ist einerlei mit demTodtliegenden, dem Grau- (Weiss-) Liegenden, mitrothem Sandstein, Alpensandstein (Mels-Formation)und Sandflötz; Med conglomerate, New Red conglo-merate, Red sandstone; Gres dncien rouge, Psefite;ein meist rother, zuweilen grüner oder grauer Sand-stein von feinem Korn; der nach unten hin in grö-beres Conglomerat übergeht. Das Weissliegende imBesondern besteht aus einem weissgrauen Sandsteinvon sehr feinem Korn._ Der Zechstein der deüt-
schen, the Magnesian Limestone der englischen undle premier calcaire secondaire der französischen Geo-gnosten ist gleichbedeütend mit Erstem Flötzkalkund mit Kupferschiefer. In der Tabelle sind die ver-schiedenen Schichten genannt, aus denen diese For-mation von unten nach oben besteht. Zu ihr ist viel-