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Erster Band, enthaltend in vier Abtheilungen die Erscheinungen der anorganischen Natur: 1. Meteorologie und Klimatographie. 2. Hydrologie und Hydrographie. 3. Geologie. 4. Tellurischer Magnetismus
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Geologie.

die folgenden Erlaiiterungen, zunächst in Bezug aufdie plutonischen und vulkanischen Gebirgsarten.

Granit. Die Theorie, welche annimmt, dass dieungeschichteten oder abnormen oder indogenen Ge-steine durch Einwirkung des Feüers entstanden sind,stimmt mit allen bekannten geologischen Erschei-nungen am meisten überein, und die im Durchschnittdargestellten Thatsachen entsprechen den Forderun-gen dieser Hypothese mehr, als irgend eine der frühe-ren Voraussetzungen. Nimmt man an, dass Feüer undWasser die beiden grossen Agentien gewesen sind,welche der Erdoberfläche ihre gegenwärtige Gestaltgegeben haben, so sehen wir in den wiederholten Ein-wirkungen derselben die Ursache jener Erhöhungenund Vertiefungen des Grundgebirgs der Granit-Eeihe,welche im untern Theil der Zeichnung als Basissämmtlicher darüber liegenden Sediment-Gesteine an-gegeben sind.

Nahe dem rechten Ende des Durchschnitts ist diewellenförmige Oberfläche des Fundamental-Granits(a 5, a 6, a 7, a 8) grösstentheils unter der Meeres-fläche; am linken Ende dagegen ist der Granit (a 1,a 2, a 3) zu einer jener hohen Alpenketten emporge-hoben, die durch ihr Hervorbrechen auf die Lage derganzen Eeihe der Sediment- oder geschichteten Ge-steine von Einfluss gewesen sind. KorrespondirendeLagen von sogenannten Ur- und Uebergangsgestei-nen sind zu beiden Seiten der gehobenen Granitmassedargestellt worden, indem man annimmt, dass derGranit die einst zusammenhängenden und nahe wage-recht gewesenen Lagen durchbrochen und in ihrejetzige aufgerichtete und stark geneigte Stellung ge-bracht, habe 2 .

Aus der Geschichte der Erhebungen geht hervor,dass während der Ablagerung von Sediment-Gestei-nen jedes Alters in unregelmässigen ZwischenraümenBergketten von verschiedener Ausdehnung und inverschiedenen Eichtungen entstanden 6ind (s. obenp. 17, 18), und dass der Granit in manchen Fällen be-reits vor seiner Hebung fest geworden war.

In diesem primitiven Granit, wie man ihn nennenkann, finden sich andere Granitmassen (a 9), die imZustande der Schmelzung nicht nur in die Spaltenjenes ältem Granits, sondern haüfig auch in die Schie-fer-Gesteine und die Schichten der primären und se-kundären Periode eingedrungen sind (a 10, a 11) unddies hat in manchen Fällen wol gleichzeitig mit derEmporhebung der durchbrochenen Gesteine Statt ge-funden. Dieser Granit erscheint gemeiniglich in derGestalt von Gängen, die nach oben in kleinen Ver-zweigungen endigen, und der Mächtigkeit nach vonEinem Zoll bis zu unbestimmbarer Ausdehnung ab-wechseln. Die Eichtung dieser Gänge ist sehr un-regelmässig; zuweilen durchsetzen sie die Schiefer-gesteine unter einem Winkel, der mit der Ebene der-selben einen rechten Winkel bildet, oder sie dringenseitwärts in der Eichtung dieser Ebene ein und neh-men die Gestalt von Lagern an. Einige Verhältnissedieser Granitgänge zu den von ihnen durchsetztenGesteinen sind am linken Ende des Durchschnitts(bei a 9) dargestellt 3 ; a 10 ist ein Granitgang undeine emporgedrungene Granitmasse, welche die exo-genen Gesteine des Cambrischen, Silurischen undDevonischen Systems durchbrochen und überlagerthaben; a 11 stellt den seltenen Fall dar, wo Granitdie Sedimentgesteine vom Steinkohlengebirge bis zurKreidegruppe durchbrochen hat 4 . Nahe verwandt mit

den Granitgängen ist eine zweite Eeihe unregelmäs-sig eingedrungener Gesteine, nämlich_

Syenit, Porphyr, Serpentin, Grünstein(b, c, d, e), welche die Urgebirge und das Ueber-gangsgebirge und die untern Theile der Sekundär-Gebilde (nach älterer Klassifikation) nicht nur in ver-schiedenen Eichtungen durchsetzen, sondern sie auchan den Stellen, wo sie an der Oberfläche übergeflos-sen sind, überlagern (b 1, c 1, d 1, e 1). Die krystal-linischen Gesteine der Eeihe zeigen so manchfacheVeränderungen in ihren Bestandtheilen, dass unterden Eruptions - Produkten aus einer einzigen Spaltehaüfig zahlreiche Varietäten von Syenit, Porphyr undGrünstein Vorkommen.

Der Maassstab unseres Durchschnitts gestattet nichtdie genaue Darstellung des Verhaltens vieler der ein-gedrungenen Massen zu den von ihnen durchsetztenSchichten. Alle sind so dargestellt worden, als wärensie gleichzeitig mit der Erhebung aller dieser Schich-ten oder nachher eingedrungen und hätten nur gerin-ge Störungen in den durchsetzten Gesteinen hervor-gebracht. Hierbei muss man aber genau unterschei-den, dass einige der Eindringungen vor der Empor-richtung der Schichten zu ihrer gegenwärtigen HöheStatt gefunden haben, und das zahlreiche und all-mälige Erhebungen und Eindringungen, die von Zer-reissungen und Störungen verschiedener Stärke be-gleitet waren, durch alle Perioden und durch alle For-mationen sich ereigneten, von der ersten Hebung derältesten der sogenannten Urgebirge an bis auf dieneüesten Bewegungen, welche die jetzt thätigen Vul-kane erzeügen. Dass Elie de Beaumont nicht weni-ger als dreizehn Perioden der Hebung entdeckt, wel-che die Schichten der eüropäischen Erde erlitten ha-ben, ist auf No. 4 nachgewiesen worden (s. oben

P- 17). _

Beispiele von Zerreissungen und Verschiebungen,die diese Bewegungen begleiten und Verwerfungenerzeügen, sind im Profil durch die mit dem Buchsta-ben l bezeichneten Linien dargestellt. Einige dieserZerreissungen erreichen nicht die gegenwärtige Ober-fläche, da sie die unteren Gesteine vor der Ablage-rung der neüern Schichten betrafen, welche auf denGipfeln der früheren Zerreissungen ungleichförmigaufgelagert sind (1,1 1, l 2, l 3, l 6, l 7).

Basalt. Eine dritte Eeihe im Feüer gebildeter Ge-steine ist diejenige, welche die Gänge und Massenvon Basalt und Trapp gebildet hat, die in die Forma-tionen jedes Alters, von den ältesten Graniten bis zuden neüesten Tertiär-Schichten, eingedrungen sindund sie überlagert haben. Dieser Basalt kommt zu-weilen als Lager vor, die den Schichten, in die er ein-gedrungen ist, nahe parallel sind, wie es im Durch-schnitt der Kohlenkalkstein oder Bergkalk / 2 zeigt.Haüfiger breiten sich diese Massen Lava ähnlich aufder Oberfläche aus. Der Durchschnitt giebt Beispielevon allen diesen verschiedenen Arten des Vorkom-mens von Trapp. Bei f 1 durchsetzt und überlagerter die krystallinischen Schiefer; bei f 2, / 3, f 4, f 5sind ähnliche Verhältnisse in Bezug auf paläozoischeund sekundäre Schichten dargestellt; /6 zeigt einBeispiel einer grossen Basalt-Eruption über Kreide-und Tertiär-Schichten, begleitet von dem Eindringengrosser unregelmässiger Basalt-Massen in die darun-ter liegenden primitiven und Uebergangs-Gesteine.

/ 7 stellt saülenförmigen Basalt unmittelbar zwischenStrömen zelliger Lava dar, in Gegenden, die auch von

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