Buch 
Lehrbuch der Oryktognosie / von Dr. J. Reinhard Blum
Entstehung
Seite
16
JPEG-Download
 

16

2) Dem Polaritäts-Gesetze, nach welchem gewisse gleicheTheile einer Grundform bei eintretender Mvdification nur zur Hälfteabgeändert werden, wobei sich entweder die diagonal oder die dia-metral gegenüberliegenden gleich oder ungleich verhalten.

So kommt z. B. bei der Blende in der Natur neben dem Rauten-Dodekaeder auch das Tetraeder vor; dieses wird aber aus jenem, welchesals Grundform gilt, durch polarische Entcckung der Rhombvederecken ab-geleitet; und zwar verhalten sich die diametral gegenüberliegenden ungleich.Es kommt dabei auch der Fall vor, daß wohl alle gleichen Theile einerGrundform modifizirt werden, allein die eine Hälfte erleidet diese, die an-dere jene Abänderung; so findet sich eben bei der Blende polarisch einfacheund vierfache Enteckung der Rhvmboederecken, wodurch das Tetraeder mitvierfacher Entcckung entsteht, wenn sämmtliche Kernflächen verschwinden.

§. 23.

I. Tesseral-Syftem

(Reguläres, vielaxiges, gleichariges, isometrisches System.)

Die hierher gehörigen Formen besitzen drei Axen, die unter rech-ten Winkeln zu einander geneigt und gleich lang sind. Bei Betrach-tung derselben steht eine dieser Axen vertikal; da sie alle unter ei-nander gleich sind, so ist es auch einerlei, welche man so stellt.

Srundformen.

I) Würfel (Hexaeder, Sechsflächner). Figur I. Er bestehtaus sechs gleichen quadratischen Flächen (?), zwölf gleichen recht-winkeligen Kanten (b) und acht gleichen dreiflächigen Ecken (a).Die drei Axen gehen in den Mittelpunkten der Flächen aus.

Figui 2.

Figur 1.

2) Regelmäßiges Oktaed er (Achtflächner), Figur 2. Esist von acht gleichseitigen dreieckigen Flächen (?) begrenzt, hat zwölfgleiche Kanten (b), deren Winket 109° 28' 16" beträgt, und