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4 (1839) Erster Theil, enthaltend die Staaten des Deutschen Bundes, so wie die Gesammtländer der Preussischen und der Österreichischen Monarchie / von Dr. Heinrich Berghaus
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Europäisches Staatcnsystem.

Haupt-Steinkohlen-Formation in großer Mächtigkeit schließt, die ganzeMulde zwischen dem Hardt und dem Hundrück, zwischen der Saar unddem Meine erfüllend. Wegen dieser großen Verbreitung des Kohlcn-Sandsteins wird dieses Gebirge gewöhnlich auch das saar-brnckische Kvh-lcngcbirge genannt, dessen mächtigste Flohe zwischen Saarlvuis, Welles-wciler und St. Jmbert liegen, und eine mittlere absolute Hohe von 200^nicht überschreiten. Granit und Porphir treten an einzelnen Stelleninselartig hervor, und Muschelkalk begränzt den Kohlen- und buntenSandstein an der Ostseite gegen das Rhcinthal hin, in dem er aus demaufgeschwemmten Lande an verschiedenen Stellen zu Tage tritt.

Die mederrheinische Vorterrasse gehört durchaus dem Uebergangs-Gebirge an, dem Thon- und Grauwackenschieser und der Grauwackc;mindestens sind diese Fclsarten bei weitem die vorherrschenden in demganzen Gebiet dieses Berglandcs, das deßhalb auch den Namen des nieder-rheinischen Schiefergebirges führt, in welchem das Steinkvhlengebirge undder Übergangskalkstcin nur als untergeordnete Glieder auftreten. Vonganz besonderer geologischer Wichtigkeit ist das Vorkommen der plutonischenBildungen, der Trachyt- und der Basalt-Formation, zu beiden Seiten desRheins, in der Eisel, im Westerwald und in den Sieben Bergen. Inder Eisel unterscheidet man vornehmlich zwei vulkanische Distrikte, in dersogenannten Ober- und Unter-Eifel. Maedcrsscheid und Daun bezeichnendie Mitte der Ober-, der Lascher See bezeichnet die der Unter-Eifel. BeideDistrikte waren der Schauplatz einstiger Feuer-Ausbrüche; die Eruptionenfanden theils am Boden tiefer Thäler, theils auf Berggipfeln oder aufden zwischenliegenden Plateaus Statt. Die Kratern dieser, in einer vor-historischen Epoche sprühenden Vulkane sind seit undenklichen Zeiten mitWasser gefüllt und bilden kleine Seen, im Lande Maare genannt, unterdenen in der Ober-Eifel das Gemünder, das Pulver- und das Mcerfelder-Maar, die bemerkcnswerthcstcn sind. Lavaströme und Schlacken sind überallverbreitet, besonders deutlich ist der Lava-Erguß, welcher vom Moserbcrgherabkommt, der Grauwacke zur Basis hat, auf dessen Gipfel sich aberdrei vulkanische Kegel erheben, mit Kratern, von denen der eine an dieForm des Vesuvs erinnert. In der Unter-Eifel ist der Lascher See einvormaliger Krater. Basaltische und trachytische Lava decken den Wester-wald in großer Verbreitung, eben so ist Traß, trachytischer Tuff weit ver-breitet, und die schönen abgerundeten Kegel, aus denen die Sieben Bergebestehen, sind von Trachyt gebildet. Warme Quellen sprudeln vorzüglichan den Gränzen der niederrheinischen Vorterrasse, in Aachen, mir einerTemperatur von 68^// §., in Burtscheid, mit demselben Wärmegrad, inEms 46,,°, in Wiesbaden 65°, in Schlangenbad 27'/,°. Lager von Über-gangskalk finden sich in den Ardennen längs der Maas, in der Eifel beiPrüm u. s. w., im Sauerlande längs der Ruhr, und vornehmlich an dernördlichen Gränze des Schiesergebirgs liegen die reichen Steinkohlenflötzeder Grafschaft Mark auf der rechten, und Belgiens auf der linken Rhein-seite, die letzteren, indem sie bei Aachen beginnen, und längs der Maasgegen Westen weit ins nördliche Frankreich ziehen. Die Kohle bildet einenHaupttheil des Mineral-Reichthums der niederrheinischen Vorterrasse, aberauch an andern Mineralien, namentlich an Metallen, ist sie nicht arm,