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4 (1839) Erster Theil, enthaltend die Staaten des Deutschen Bundes, so wie die Gesammtländer der Preussischen und der Österreichischen Monarchie / von Dr. Heinrich Berghaus
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Baiern.

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am Übertritt des Mains ins knrhessische Gebiet, unterhalb Aschaffcnburg,ungefähr 325 F. über dem Meere.

Der abgesonderte Kreis Pfalz liegt auf der Hardt und dem pfälzi-schen Gebirge, wo der Donncrsberg mit 2100 F. der höchste Gipfel ist;der östliche Theil dieses Kreises breitet sich in dem schönen Nheiuthale aus.

Baiern gehört, fast ausschließlich, den Stromgebieten der Donau unddes Rheins an; nur ein ganz kleiner Abschnitt der nordöstlichen Gegen-den, in Oberfranken fällt in das Gebiet der Elbe, durch die Egcr und dieSaale, die im Fichtelgcbirge entspringen.

Die Donau durchschneidet die Hauptmasse des Königreichs, in derRichtung von W. nach O., auf einer Länge von fast 58 d. Meilen, zwi-schen Ulm und Pastau. Sie hat innerhalb dieser Strecke eine Gefalle von724 Fuß, oder 12'/- Fuß auf 1 Meile (Ulm 1592 F. über dem Meere),und nimmt folgende Flüsse auf: von der rechten oder Alpenseitc: dieAller, den Gränzfluß mit Würkemberg; den Lcch (oberhalb Füßen 2438 F-.an der Mündung ungefähr 1236 F. über dem Meere); die Jsar (beiMittenwald 2802 F., bei der Mündung 936 F. hoch), und den Jnn,Gränzfluß mit Österreich; von der linken oder Plateauscüe: die Alt-mühl, die Naab und den Regen. Diese Plateauflüsse entspringen auchauf baierischem Gebiete, die Altmühl auf der fränkischen Terrasse; dieNaab, in zwei Hauptquellcn, auf dem Fichtelgcbirge und dem Bvhmcr-Walde; der Regen auf dem zulcht genannten Gebirge.

Der Mein selbst ist nur ein Gränzfluß der Pfalz gegen das Groß-hcrzogthum Baden; aber sein Nebenfluß Main gehört, bis auf etwa10 Meilen seines untern Laufs, ausschließlich dem Königreich Baiern,und zwar der Hanptländcrmaste desselben an. Der Main entsteht aus demweißen Main und dem rothen Main; jener quillt auf dem Fichtelgcbirge,in einer Höhe von 2739 F.; dieser auf dem Frankenjura; beide vereini-gen sich in einer Höhe von 913 Fuß über dem Meere, nach meinerMeßung; und der Main ergießt sich in den Rhein, bei Mainz, in einerHöhe von 2I3,s F., nach Eckhardts Messung. Die vorzüglichsten Zuflüssedes Mains, auf baierischem Gebiete, sind, auf der rechten Seite: die Ro-dach und die fränkische Saale, auf der linken Seite: die Regnitz.

Von den baierischcn Flüssen sind schiffbar, außer dem Rhein, derMain von seiner Mündung bis zu seiner Vereinigung mit der Rodach,unterhalb Zcüle; die Donau auf ihrem Laufe durch ganz Baiern, abwärtsvon der JllermünLung an der Gränze mit Würtemberg; endlich tritt derJnn als schiffbarer Fluß aus Tirol ins Königreich ein, eben so die Sal-zach, ein Nebenfluß des Jnn. Der Main wird gegenwärtig durch denLudwigs-Kanal mit der Donau in schiffbare Verbindung gebracht. DieserKanal folgt vom Main, dem Thal der Regnitz aufwärts über Bamberg,Forchheim, Erlangen, Fürth, verläßt weiter oberhalb das Regnitz-Thalund geht über den Frankenjura in der Richtung auf Neümark zum Sulz-Thal; in diesem abwärts zur Altmühl, die von Beilegrics bis zur Mün-dung in die Donau bei Kelheim schiffbar gemacht wird. Flößbar sind:von den Donaufiüffen: die Jller, der Lech mit der Wcrtach, und die Jsarmit der Lvisach; von Den Mainfinsscn: der weiße Main selbst, so wiedie Rodach und deren Zuflüsse, die vom Fichtelgcbirg und dem Frankenwald

Berghnur, Bd. IV. 7