Buch 
4 (1839) Erster Theil, enthaltend die Staaten des Deutschen Bundes, so wie die Gesammtländer der Preussischen und der Österreichischen Monarchie / von Dr. Heinrich Berghaus
Entstehung
Seite
711
JPEG-Download
 

Deütfchcr Zollverein.

711

Bleiben wir bei dem Jahre 1834 stehen, was nothwendig ist,weil nur für dieses Jahr die österreichischen Ivlllisten vorliegen, soführte Frankreich während desselben an Rohrzucker 95,129,592 Kilo-grammes, oder 203,394,000 preüß. Pfund ein. Dazu kommen, in runderZahl, 32,900,000 Kilogr., over 70,342,600 pr. Pfd. Runkelrnbcnzuckcreigener Fabrikation*-; mithin betrug das Gcsammtquantum des'vorhan-denen Zuckers 273,736,600 pr. Pf. Frankreich verkaufte aber davon andas Ausland 5,780,525 Kilogr., oder 12,359,180 pr. Pfund, mithinblieben zur eigenen Konsumtion im Lande 261,377,420 pr. Pfd. für eineVolksmenge, die, zufolge der Zahlung von 1831 und mit Hinzurechnungdes Überschusses der Gebornen über die Gestorbenen, in runder Zahl33,152,200 Individuen betrug. Beide Zahlen, Vcrbrauchsquantum undVcrzehrer mit einander verglichen, ergeben, daß

Jeder Franzose im Jahre 1834 an Zucker verzehrte. . 7,^ Pfund.

2. Den Kaffee betreffend:

Die Kommcrzial-Nachweisungcn über den Handel der zotlvcrbündctendeutschen Staaten, und zwar die uns vorliegende Übersicht von den wich-tigeren Gegenständen, welche zum Eingänge verzollt worden sind, fassenfür das Jahr 1838 den Kakao in Bohnen mit dem Kaffee zusammen,weil beide Artikel nach gleichem Tarifsatz bcsteüert sind. Im Jahre 1837wurden 7448 Ctr. Kakao verzollt, oder 2747 Ctr. mehr als im Jahrevorher. Es ist nicht wol anzunehmen, daß ein so namhaftes Steigender Einfuhr auch im Zahre 1838 Statt gefunden habe, und man rechnet

H I.» der Beschreibung von Frankreich (V. Bd.) haben wir von der in diesem LandeStatt findenden Kultur der Runkelrübe (S. Ll) und ihrer Benützung zur Zuckerfabrikation ge-sprochen (S. 89). Diese Kultur und der darauf gegründete technische GewerbSjwcig ist so be-deutend, daß der Franzose von selbst gebautem Zucker allein das Doppelte dessen verzehrt, wasder Österreicher vom Rohr- und Rübenzucker zusammen genommen gewinnt. In Frankreich vonNapoleon, in Folge seines KontinentalsystemS, im Jahre I8ll hervorgerufen, spater wiederverlassen, hat der Runkelrübenbau feit 1827 einen Aufschwung erhalten, der die Rohrzucker-Plantagen der französischen Kolonien ernstlich bedroht. Im Jahre 1828 waren in Frankreich3200 Hectaren Landes dem Anbau der Runkelrübe gewidmet; im Jahre 1836 schon ungefährI7,vvü, und für 1839 darf man ihre Zahl auf 40,000 schätzen, d. i.: 156,70V preüß. Morgen,oder beinahe 7 ssg deütsche Quadratmeilen. Im Jahre 1829 belief sich das Quantum des inFrankreich fabrizirten NunkelrübenzuckerS schon auf 4,380,000 Kilogr.; und seitdem sind dieFabriken so fortgeschritten, daß sie jetzt ( 1839) weit über Ivo Missionen Pfund zur Kon-

sumtion liefern; namentlich im Jahre

1833 . 3V,ovo.vov Kilogr.

1834 . 32,90v,v»0

1835 . 35,V00,V00

1836 . 45,000,000

1837 .. 5V,0l>0,00v

1838 . 55,00V,V00

1839 . 60,000,000

Im Jahre 1838 standen 558 Fabriken in Betrieb, davon 20« im Nord-Departement,113 in PaS-de-Calais, 48 in der AiSne, 49 in der Svmme, und 148 in anderen Departe-ments des nördlichen und mittleren Frankreichs. Jetzt werden über «0 Millionen Franken aufdiesen Industrie-Zweig verwendet, und er bcschästigt gegen 40,000 Arbeiter. Daß mit dersehr bedeütcnden Steigerung der Produktion, für die uns nur runde Zahlen vorliegen, dieKonsumtion gleichen Schritt gehalten habe, versteht sich von selbst. Das Bedürfniß nach größeremWohlbehagen, und das Vorhandensein der Mittel, dies Bedürfniß zu befriedigen, hat den Ver-brauch des Zuckers unter der arbeitenden Klasse allgemeiner gemacht.