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4 (1839) Erster Theil, enthaltend die Staaten des Deutschen Bundes, so wie die Gesammtländer der Preussischen und der Österreichischen Monarchie / von Dr. Heinrich Berghaus
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Deutscher Zollverein.

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I» demselben Jahre kamen im Preußischen Staate, und seinen Zvll-Anuepcn, 31,047,060 Pfund, und im Königreich Baiern 4,492,070 Pfd.Kaffee zum Verzehr; in den deutschen Zvttvereins-Laudcn überhaupt wur-de» 44,953,449 Pfund verbraucht; alle diese Zahlen natürlich ohneRücksicht auf das Quantum, welches möglicher Weise durch den Schleich-handel eingebracht wird.

Im Jahre 1834 hat demnach die Konsumtion an Kaffee auf denKopf betragen:

In der Österreichischen Monarchie . . .

0,sgs

Pfund

Baiern.

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Frankreich.

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Den Lcütschcn Zollvereinslauden überhaupt

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Im Preüßischcn Staate ......

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In Prcüßen wird also genau acht Mal mehr Kaffee verbraucht, alsin der Österreichischen Monarchie; beim Zucker ist das Verhältniß nahewie 3 : 1. Beide Artikel bcsteücrt der österreichische Zolltarif weit höher,als der Tarif der zollverbüudcten Staaten. Wahrend dieser den preüßi-schen Centner Rohzucker für die Siedcreien mit 5 Rthlr. und den CcntnerKaffee mit 6Vr Rthlr. in Anspruch nimmt, verlangt Österreichs Staats-uud Monopol-Ordnung vom 31. März 1836 von jedem österr. CentnerRohzucker für Raffinerien 14 st. Convcntions-Münze, und vom österr.Centner Kaffee sogar 21 fl., d. i.: auf prcüßischcs Gewicht und Geldgebracht, für den preüß. Ccntner Rohzucker 9 Rthlr. und für Kaffee13'/- Rthlr., also im ersten Artikel fast das Doppelte, im zweiten Fallemehr als das Doppelte, als die vcreiusländische Zollgesetzgebung. Mag

diese hohe Bcsteücrnng auf den Verbrauch der Kolvnialwaaren in der

Österreichischen Monarchie von einigem Einfluß sein, dock ist sie nichtgenügend, den großen Unterschied zwischen Österreich und Preüßen zuerklären; der Grund dieser Erscheinung liegt tiefer!

Wol könnten chir uns mit diesen Vergleichungen begnügen, mitdiesen Erörterungen über die relative Größe des Verbrauchs von Nah-rungsmitteln, die wir in Eürvpa (mit Ausnahme des Runkelrübcnzuckcrs)nicht selbst erzcügen können; dennoch wird es nicht uninteressant sein

(und wir meinen damit das Versprechen zu erledigen, welches wir im

3ren Bande dieses Buches, S. 269, gegeben haben) auch einen Blickzu werfen auf dasjenige Produkt tropischer, oder mehr tropischer Klimate,dessen Verarbeitung Millionen Menschen in Eüropa Beschäftigung undNahrung gewährt, das für Tausende und abermals Tausende eine Quelledes Wohlstandes, des Reichthums geworden ist; wir meinen die Verar-beitung der Fasern, welche die zur Familie der Malvaccen gehörigePflanzengattung Ooss^pium liefert, kurz, wir meinen die Baumwollcn-Manufaktur.

2m Jahre 1834.

Angaben, die rohe Baumwolle betreffend.

1. Österreichische Monarchie. In dem Zollverband der deüt-schen, gallischen und italiänischen Staaten, nebst Dalmatieu, wurdenzum Eingänge verzollt 146,004 österr. Ctr., in dem Zvttverbaud von