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4 (1839) Erster Theil, enthaltend die Staaten des Deutschen Bundes, so wie die Gesammtländer der Preussischen und der Österreichischen Monarchie / von Dr. Heinrich Berghaus
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Eüropäisches Staatensystem.

Vitriolsiederei und Gewehrfabrik; Wiesen that, zum Unterschiede vondem angränzenden sächsischen Wiesenthal, Böhmisch-W. genannt, ein kleinesStädtchen im höchsten Theile des Erzgebirges, wo ein alter Zinnbergbauund Spihenklöppelei floriren; sodann Wintcrsgrün mit Eisenwerken, vorallen aber die größte und wichtigste unter den k. freien Bcrgstädten dieserGegend, nämlich Joachimsthal, 4379 I., wo, außer einem reichenSilberbcrgbau, Blciweiß, Mennig-, Smalte-, Papier- und Eisenwaarcn-Fabriken im lebhaftesten Gange sind. Ferner sind hier noch zu bemerken,die Städtchen Gottesgab mit Eisen- und Zinngruben und Spihenklöp-pelci; Platten mit Bergbau auf Silber und einer Smaltefabrik; dieBcrgstävtch.'n Abertham, 2780 I., Neu deck, mit Schloß, 2074 Z.,Papiermühlen, Blechhammer und Drahtzügcn; und Hirschen st and,mit Alaun- und Vitrivlsiedereicn. Zur Herrschaft Heinrichsgrnngehört der Bergflecken dieses Namens, wo mehrere Eisenwerke sind, unddas Spitzeuklöppeln lebhaft betrieben wird; sodann auch der Berg-flecken Friebus, wo Musselin-, Vitriol- und Salpeter-Fabriken imBetrieb stehen. Ganz besonders zeichnet sich durch ihren Gewcrbficiß dieSt. Graslitz aus, deren 4852 I. wichtige Baumwollengarn-Maschincn-Spinnereien, Kattun- und Musselin-Manufakturen, Smalte-, Alaun-und Vitriol-, Spiegel-, Messing- und Glas-, auch Papierfabriken unter-halten, und außerdem musikalische Instrumente verfertigen und mit alle»ihren Erzeügnissen einen sehr einträglichen Handel treiben. Falken au,kl. Städtchen an der Eger, beschäftigt sich mit Baumwollenzeügwcbereiund in dem, zur St. Königsberg, mit 3839 I., gehörigen OrteAltsattel sind berühmte Alaun-, Vitriol- und Salpeter-Fabriken in Be-trieb. Königswart, St. und Schloß, ist der Hauptort einer fürst-lich Metternich'schcn Herrschaft, mit dem Titel Grafschaft. Ganz be-sonders müssen wir aber noch der St. Karlsbad erwähnen, wegenihrer berühmten Mineralquellen, die eines eüropäischen Rufes genießen,und aus der Nahe und Ferne Tausende von Hülfsbcdürftigen herbeiziehen;die permanente Bevölkerung dieses Brunnenortes betrug 3971 Z. imJahre 1834, die aber während der Brunnen- und Badezeit auf 15,999zu steigen pflegt; Karlsbad zeichnet sich auch durch die große Geschicklich-keit seiner Kunsttischler, seiner Metall- und Qnincailleric-Arbeiter aus.Eger, St. an der Eger, der nordwestlichste unter den städtischen Wohn-plätzen der Österreichischen Monarchie, die dritte unter den großen Städ-ten Böhmens, mit 9899 I. (im Jahre 1834), ehemals eine wichtigeGränzfestung, deren Fortifikalionen in Verfall gerathen; die alte k. Burgund die Residenz der Vvhburger Markgrafen, jetzt das Steinhaus ge-nannt, wo Wallenstciu endete, während seine Vertrauten, Kinsky, Jllo,Neümann u. s. w. in der Burg bei einem großen Gastmahle ermordetwurden. Eger hat ein Gymnasium, ein Zeüghaus; Kattunfabrikationund Manufaktur hänfner Schlaüche, und Schneide- und Schleifmüblen. Kaiser-Franzensbrunnen, Mkt. und berühmter Brunnenort,eine Stunde nördlich von Eger; und Asch, Mktfl., wie die ganze Herr-schaft von Protestanten bewohnt, die in Asch ihr eigenes Konsistoriumhaben, und aüßerst gewerbflcißig sind: Kattun-, Kammcrtuch-, wolleneKappen-, Strumpf- und Schlafmützen-Manufakturen, Drahtzüge, Papier-