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4 (1839) Erster Theil, enthaltend die Staaten des Deutschen Bundes, so wie die Gesammtländer der Preussischen und der Österreichischen Monarchie / von Dr. Heinrich Berghaus
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österreichische Monarchie.

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Eisenbad. Tuchweberei und Milchwirthschaft machen die Hauptuahruugs-zweige dieser Herrschaft aus.

5. Die freie M i n d e r h e rr sch a f t Oderberg der gräfl.

! Hcnkel-Dvuncrsmarkschen Familie steht zum Theil unter prcüßischcr Lan-! deshvheit. Im Österreichischen Schlesien liegt das Städtchen und Schloß^ Oderberg, der Hauptort der Herrschaft, am rechten Ufer der Oder,

unmittelbar au der preußischen Gränze.

6. Die freien Mindcrhcrrschaften D e ü t sch - L e ü t h e n;

7. Dom brau, und 8. Domb ran, liegen zwischen den Herrschaften

! Odcrberg und Freistadt; ihre Hauptvrte sind Kirchdörfer mit herrschaft-lichen Schlossern. Endlich ist noch 9. die Minder Herr schüft Noizu bemerken, die südöstlich bei Freistadt liegt, und ebenfalls ein Kirchdorfnebst Schloß zum Hauptorte hat.

II. Die polnischen oder gallischen Erbstaaten.

bestehend aus dem

8. Königreich Gaiisien neblt der Bukowina,

oder dem

(9) Gubernial-Bezirk Lemberg.

Das Königreich Galizien erstreckt sich, in allgemeiner Richtung, vonWesten nach Osten. Es führt seinen Namen von der Stadt Halitsch,die der Hauptort eines großen Landstrichs war, welcher, unter den Be-nennungen Ruskie Woiewodztwo, d. i. Russische Woiwodschaft, und HalickaZiemia, einen bebrütenden Theil des heutigen Königreichs Galizien bildete,das daher eigentlich Halizien geschrieben und gesprochen werden sollte,wobei aber die russische Aussprache die Oberhand bekommen hat. HalickaZiemia war in früheren Jahrhunderten eine Zeit lang ein Lehn der Un-grischen Krone, wurde aber 1392 ganz von Ungern abgerissen und mitPolen vereinigt, bei dem es bis 1772, zur Zeit der ersten Theilung diesesReiches, geblieben ist. Damals kam es, mit noch mehreren andern Pro-vinzen Klein-Polens, an das Österreichische Haus, welches aus diesen Er-werbungen den heütigen Gubernial-Bezirk Lemberg, unter dem Titel einesKönigreichs Galizien und Lodomirien bildete, mit dem die Bukowina ver-einigt wurde, demjenigen Theile der Moldau, welchen die hohe Pforte im3- 1777 an Östereich abtrat. Die Bukowina, ein Name, der von derWaldung herrührt, die sich zwischen dem Pruth und dem Dniester aus-breitet, ist der südöstliche Theil von Galizien, der gegenwärtige KreisTschernowitz (Czernowitz). Überhaupt ist dieser Gubernial-Bezirk in19 Kreise eingetheilt, welche größtentheils nach den Orten, wo dasKreisamt seinen Sitz hat, benannt sind, und in geographischer Ordnung,von Westen nach Osten, in nachstehender Weise auf einander folgen, (die