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4 (1839) Erster Theil, enthaltend die Staaten des Deutschen Bundes, so wie die Gesammtländer der Preussischen und der Österreichischen Monarchie / von Dr. Heinrich Berghaus
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Europäisches Dtaatensystem.

stauten, was Trieft für die deutschen Erbländer der Österreichischen Mo-narchie ift; der Punkt, vermöge dessen Ungern am Welthandel Theilnimmt. Auch der Gewerbfleiß blüht, es gibt Leinwand-, Leder- undTuchmanufakturen, Rvsvgliodestillationcn, Wachsbleichen und Kerzenfabri-ken, Tabacksfabriken, Zuckersiedereien und diejenigen Gewerbe, welcheauf die Ausrüstung der Seeschiffe Bezug haben. Bemerkenswerth sindnoch die im Umfange des ungrischen Küstenlandes liegenden SeestädteBuccari und Porto, die beide vortreffliche Hafen besitzen. DieRhedcrei von Buccari beschäftigt 37, die von Porto R« 29 eigene Schiffe.Buccari hat ein festes Schloß, eine Hauptschule und 1700 I., die Schiff-bau , Handel mit Schiffsbauholz und den Thunfang betreiben. Porto Rvist ein sebr schön gebautes Städtchen mit 86 i I., die sich sehr lebhaftmit Schiffbau für die größere» Häfen Triest, Venedig u. s. w. beschäftigen.

Fünfkirchen (Pvcs), k. Freistadt im Baranyer Komitat des Krei-ses jenseits der Donau, eine der ältesten Städte Ungerns, in einer schö-nen Gegend. Die Kathedrale zu St. Peter ist Ungerns älteste Kirche,einst ein römisches Kastell, in welcher Peter 1-, König von Ungern, seit1046 begraben liegt. Unter den übriqen Gebäuden zeichnen sich aus: dievormalige Jesuitenkirche und die bischöfliche Residenz: viele Überrestetürkischer Bauwerke aus den Zeiten der hundertvierzigjährigcn Türken-herrschaft (15431686): Moscheen, Bäder, Brunnen. Fünfkirchen istder Sitz eines kathol. Bischofs und Domkapitels; Priesterseminarium,Gymnasium, Normalschule, Militair-Knaben-Erziehungshaus rc. 11,322I. Ungern, Deütsche, Kroaten. Starker Wein- und Tabacksbau, vor-treffliche Gärbereien, Tabacksfabriken, Tuch- und Flanellmanufaktur;ausgebreiteter Handelsverkehr mit Landcsprvdukten; warme Bäder.

Gran (Esztergvm), k. Freistadt im gleichnamigen Kvmitat des Krei-ses diesseits der Donau, am rechten Ufer der Donau, bestehend aus derFreistadt, der erzbischöfl. oder Wasscrstadt, und den einverleibten Märk-ten St. Georg und Thvmasberg. Aus dem Festungsberge die erzbischöst-Residenz und die prachtvolle Dvmkirche. Der Primas von Ungern, derin Presburg residirt, führt nach dem Grauer Erzbisthum den erzbischvst-Titel; Domkapitel, Gymnasium, zwei Seminare, Dombibliothek, Prir-sterinstitnt :c. 12,885 I. Tuchweberei und Färberei; warme Bäder.

Auf der andern Seite der Donau, durch eine fliegende Brücke mit Granverbunden, liegt der Markt Parkany, unterhalb dessen der Granstußin die Donau fällt. Auf der Straße nach Ofen liegt das wohlgebautePalatinatdorf Csaba mit 8000 I., und weiterhin das D. Uröm, miteinem Mausoleum der 1801 verstorbenen russischen Großfürstin Alexan-Lrina Paulowna, ersten Gemahlin des Erzherzogs Joseph von Österreich,jetzigen Palatinus und Statthalters von Ungern.

Grvß-Wardein, siehe Wardein.

Güns (Köszegh), k. Freistadt am gleichnam. Flusse, im Eisenbur-ger Komitat des Kreises jenseits der Donau, dessen Distriktualtafel hierihren Sitz hat. Altes festes Schloß, Gymnasium, kathol. HauptscfM,Waisenhaus; 5782 I., meist Deütsche. Wein- und Obstbau und Tuch-manufaktur blühen, besonders beschäftigt man sich mit der Kultur derfeineren Obstsorten Aprikosen und Pfirsichen, auch mit dem Kastanienbau.