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Eürvpässches Staatensystem.
Raab ist der Sih eines kathvl. Bischofs und seines Domkapitels, einerk. Akademie mit jurist. und Philosoph. Fakultät, eines bischöfl. Seminarsund Priesterbauses, eines Archigymnas., eines luther. Lyceums. 13,472 I.R. ist der Hauptstapelort des ungrischcn Getreidehandels und der Spedi-tivnsplatz des Güterzuges von den deutschen und italiänischen Erblandennach Pesth, dem Centrum des ungrischen Handels. In der Nähe vonRaab befindet sich das k. k. Militairgestüt Babolna, und zwei Meilenvon Raab liegt die prächtige Benediktiner-Abtei Martinsberg (SzentMartvn), beim Mkte. gl. Namens, der 1600 I. zählt.
Rosenan (Rosnyv-Banya), St. im Gömörer Komitat, 6000 I.Sitz eines Bischofs und seines Kapitels, Seminar, Berggericht, kathol.und luther. Gymnas., Hauptschule; Steingutsabrik, Leinweberei und Blei-cherei, Papierfabrikation, Gärbcrei, Bergbau auf Kupfer, Spießglanz undQuecksilber. Unweit von hier Betler, das schönste D. in Ungern, mitSchloß und Garten, Eisengießereien rc.
Schemnitz, k. Frei- und Berg-, auch Hauptstadt der Honther Ge-spannschaft im Kr. d. d. D., in einem Felsenthale am Flusse gl. Namens,mit 6 Vorstädten, 17,028 I. Sitz deS Oberst-Kammergrafenamtes fürNtederungern und eines Districtual-Berggerichtes. Es bestehen hier die
k. Bergakademie, zwei Gymnas., ein Piaristenkolleg. und eine Forstlehr-anstalt. Wichtige Gold- und Silberbergwerke mit ausgezeichneten mecha-nischen Hilfsmitteln. Unter den hiesigen Kirchen zeichnet sich die evange-lische durch ihren edlen Baustyl aus. Zwei Meilen von der Stadt sinddie Eisenbacher (Vihnyer) Bäder, deren Quelle eine Temperatur von 4V'Cent. besitzt.
Skalitz, St. im Neütraer Komitat, an der March, die hier dieGränze Ungerns und Deütschlands macht. 6200 I. Gymnasium, Wein-bau, Tuchweberei.
Stein am Anger (Szombathely), St. und Komitatshauptvrt in derEisenburger Gespannschaft des Kr. j. d. D.; Sih eines Bischofs undDomkapitels, bischöfl. Seminar, Philosoph. Lehranstalt, Gymnasium, Haupt-schule. In der bischofi. Residenz werden viele hier gefundene Alterthümeraufbewahrt; Szombathely war eine der berühmtesten Pflanzstädte derRömer.
Stuhlweißenburg (Szekes-Fejervar), k. Frei- und Kvmitats-hauptstadt im Kr. s. d. D., die, sammt ibren beiden Vorstädten, 20,069
l. zählt. Sitz eines kathol. Bischofs und Domkapitels; Gymnas., Semi-nar, Militair-Knaben-ErziehungshauS. Die Bewohner sind ziemlich gc-werbficißig, weben Tuch und Flanell, sieden Seife und verfertigen Kor-duanleder. Es wurden fünf hundert Jahre lang, bis zur Mitte des sechs-zehnteu Jahrhunderts, die Ungrischen Könige in der hiesigen Kathedrale,einem ansehnlichen Gebäude, gekrönt und beerdigt; auch Mathias Corvinusliegt hier begraben. In der Nähe, bei Bodaik und Mvha sind Mineralquellen.
Szathmar (Szathmar-Nemethi), k. Freistadt im Komit. Szath-mar des Kr. j. d. Th., am Szamos. Sitz eines kath. Bischofs >rndDomkapitels, eines bischöfl. Lyceums und kathvl. Gymnas. 14,270meistens Madscharen. Weinbau und Weinhandel, so wie Leinweberei undFischerei machen die Erwerbsquellen dieser Stadt aus.