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Europäisches Staatensystem.
Die Maas empfängt innerhalb des Hcrzogthums auf der linken Seite:den Geer oder Jaar, der aber das diesseitige Gebiet nur auf kurzerStrecke bewässert, nämlich die Gemeinde St. Peter und den Fuß desPetersberges, um bei Maastricht zu münden; auf der rechten Seitefließen der Maas zu: die Geule, welche im Preußischen Gebiete aufdem Gebirge südlich von Aachen entspringt, durch die nordöstliche Eckeder belgischen Provinz Lüttich fließt, dann in den Bereich des HcrzogthumsLimburg gelangt, hier die Gülpe oder Galoppe aufnimmt, und bei demOrte Valkenburg oder Fauqucmvnt vorbei gebend, eine Stunde unterhalbMaastricht, in ihren Hauptfluß fällt; das Thal, welches sie bewässert,liegt innerhalb der letzten Abfälle des Niederrheinischcn Gebirgs, undzeichnet sich ebensowohl durch unmuthige Landschaften als durch die Betrieb-samkeit seiner Bewohner aus. Das kleine Flüßchen Geleen ist einganz limburgisches Wasser; es entsteht bei Heerlcn innerhalb der nörd-lichsten Stufen des mehrgenannten Gebirgs, erreicht die große Ebene beiSittard, und mündet der Stadt Wcssem gegenüber. Der größte Zustromder Maas auf limburgischem Grund und Boden ist die Rocr, die, ausder Preüßischen Rhcinprvvinz bei Vladorp in's Herzvgthum tritt und,nach einem zweistündigen Lauf, bei Rvermondc (d. i. Ruhrmündung) indie Maas fällt. Weiterhin kommt noch die Swalm, und endlich ganzunten im Herzogthnm, bei dem vormals klcve'sebeu Städtchen Gcnnep,die Neers oder Niers, aus der Preüßischen Rhcinprvvinz, zur Maas.Sie ist für Fahrzcüge schiffbar, die 125 Fuß lang und 15 Fuß breitsind, und eine Trächligkcit von Ivv bis 15V Tonnen zulassen; doch istdie Schifffahrt abwärts bis zur Stadt Vcnlvo mit Schwierigkeiten ver-knüpft. Von dem großen Süd-Wilhelms-Kanal, dessen Bau zur Ver-bindung der Städte Maastricht und Herzogcnbusch (in der Provinz Süd-brabant) von der niederländischen Regierung im nngetheiltcn Zustandedes Königreichs Nicderland unternommen wurde, durchschneidet nur einkleiner Theil das Herzogthum Limburg, bei der Stadt Wcert nämlich,von wo ein Zweig nach den großen Mvvrflächen angelegt wurde, die,unter dem Namen Perl, den nordwestlichen Theil von Limburg erfüllen.
Limburg ist fast ausschließlich ein ackerbautreibendes Land; an dentechnischen Gewerben nimmt es gar nicht, oder doch nur ganz unbedeutendTheil. Da die vormalige Provinz Limburg in ihrer Gesammt-Ausdehnungnahe denselben Karaktcr der Oberfläche und der Bodenbcschaffenheit dar-bietet und da ferner diese Provinz zu gleichen Theilen unter Niederlandund Belgien getheilt worden ist, so läßt sich auch annehmen, daß demHerzvgthum Limburg von den verschiedenen Kulturarten, welche der gan-zen ehemaligen Prvvinz gehören, ungefähr die Hälfte zugefallen seinwird. Beim Ausbruch der Brüsseler Empörung, im September 1830,war die Provinz Limburg noch nicht vermessen; nur beilaüflge Schätzungenüber den Flächenraum der einzelnen Nutzungsarten des Bodens warenvorhanden, und diese gaben, unter der gedachten Voraussetzung derHälfte für das Herzvgthum Limburg folgende Werthe der Bodenfläche, inBülders oder Hectaren ausgedrückt, deren 5486,Z, auf eine deütschcQuadratmeile gehen: