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4 (1839) Erster Theil, enthaltend die Staaten des Deutschen Bundes, so wie die Gesammtländer der Preussischen und der Österreichischen Monarchie / von Dr. Heinrich Berghaus
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Europäisches Staatensystem.

die Belgische Regierung die Erlaubniß zur Errichtung von 129 gewerb-lichen Anstalten in der Provinz Limburg; wie viel davon auf das jetzigedeütsche Herzogthum Limburg fallen, läßt sich nicht bestimmen.

Die Bewohner von Limburg gehören dem deütschen Volksstamme an;sie sprechen entweder die deütsche, d. i. die hochdeutsche Sprache im rbei-nischen Dialekt, besonders im südöstlichen Theile des Landes an der Gränzevon Aachen, oder die Schwestersprache der deütschen, die flämische oderflamändische, mit deren Abzweigung zur ausgebildeteren Schriftsprache,der holländischen, die besonders in der nördlichen Hälfte des Herzvgthnmsdie Sprache des Volkes ist. Das Französische wird, als erlernte Sprache,nur von den gebildeten Ständen, und zwar auch nur Ausnahmsweisegesprochen. Die Limburger sind der Mehrzahl nach Katholiken; die Zahlihrer Geistlichen, die bisher unter dem Bischof von Lüttich standen, be-lauft sich auf etwa 310; die Minderzahl der Bewohner des Herzvgthnmsbekennt sich zur protestantischen Kirche, und zwar wohnen die evangelischenGlaubensgenossen vornehmlich im nördlichen Theil des Landes; sie haben12 refvrmirte und I lutherischen Pfarrer. Wenn man wiederum denHalbschied voraussetzt, so hatte derjenige Theil der ehemaligen ProvinzLimburg, welcher das heütige Herzogthum ausmacht, im Jahre 1833:86 Elementarschulen, welche auf Kosten der Gemeinden unterhalten wur-den, 10 gemischte Schulen, nämlich solche, denen die Provinz oder derStaat Unterstützung gewährt, und 88 Privatschulen, zusammen 214Schulen, die von 15,400 Schülern, Knaben und Mädchen, besucht wur-den; 1836 war aber die Zahl der Schulen um 10 gestiegen, und dieSchülerzahl hatte sich auf 16,200 erhöht.

Das Herzogthum Limburg bildet zwar einen Bestandtheil des deut-schen Bundesgebiets, nimmt aber an der Verfassung des Königreichs derNiederlande Theil und steht unter gemeinschaftlicher Verwaltung mit die-sem, die Einkünfte desselben fließen in die niederländische Staatskasse undden niederländischen Truppen verbleibt ein gesicherter Zugang zur FestungMaastricht.

Die b e m er ke ns w ertb e ste n Orte sind:

Rvermonde, St. am rechten Ufer der Maas, bei der Mündungder Ruhr, mit alten verfallenen Festungswerken; 5557 I., die sich mitWvllenzeügweberei und Handel und Schifffahrt beschäftigen. Diese Stadtwird wahrscheinlich der Sitz der Regierungsbehörden des Herzogthumswerden, da Maastricht von demselben ausgeschlossen ist. Hier wurde derGeograph Gerhard Merkator geboren. Weert, St. auf der linkenSeite der Maas, am vorher erwähnten Kanal, 6006 I-, die ziemlichqcwerbfleißig sind; von hier aus werden die großen Torfgräbereien imPeel betrieben. Sittard, St. an der Geleen, 3907 I., etwas Ge-werbe, Handel mit Korn und Vieh. Heerlen, Hvensbrock, Valkenburg,Gülpen, Meersen, Nieuwstad und Süsteren, im südlichen Theile, ---Stevcnswerth, Wcssem und Thvrn im mittleren Theile, so wie Horst,Gennep und Movk in der nördlichen Abtheilung des Herzogthums sindländliche Gemeinden von größerem oder geringerem Umfange.