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Anleitung auf die nützlichste und genussvollste Art die Schweiz zu bereisen / von J.G. Ebel ; im Auszuge ganz neu bearb. von G. v. Escher
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Allgemeine Anleitung

für den Reisenden in der Schweiz.

Wenn schon im Allgemeinen die Behauptung wahr ist, dass dasReisen eines der vorzüglichsten Mittel abgibt, unsere Kenntnissezu vermehren, unsere Ansichten zu erweitern, unser tlrlheil zuschärfen, und Körper und Geist auf eine angenehme und wohl-thätige Weise anzuregen und zu beleben, vorzüglich aber auchdas Gemüth zu erheitern und auf lange Zeit mit freundlichen Er-innerungen auszurüsten, so gilt diese Behauptung ganz besondersin Beziehung auf die Schweizerreisen.

Obgleich die Schweiz für Wissenschaft und Kunst zwar nicht mitden grossarligen Institutionen vieler monarchischer Staaten zu wett-eifern sich vermisst, so bieten die Natur des Schwcizerlandes, dasVolk, welches dasselbe bewohnt, seine politischen Verfassungen,seine eigenlhümlichen Betreibungen und vieles Andere dafür reichenErsatz, und gewähren dem Reisenden, vorzüglich dem, der Erho-lung von Geschäften , Erheiterung des Gemüthes und Erhebung derSeele sucht, so mannigfaltigen Genuss, wie er ihn auf dem Contincntewohl nirgends in diesem Maasse auf so kleinem Raume zusammen-gedrängt finden kann.

Schon daraus, dass die Schweiz seit mehr als einem halben Jahr-hundert, besonders während des Sommers, von einer unzähligenMenge Fremder aus allen Ländern besucht und nach allen Richtun-gen durchzogen wird, lässt sich vermuthen, dass dieses Land etwassehr Anziehendes darbicten müsse ; und wenn selbst der Schweizer,der täglich von den herrlichsten Naturscenen umgeben ist, eine Alpen-reise zu seinen höchsten Genüssen zählt, so wird wohl kaum einReisender, der aus Gegenden kommt, die mit Nalurschönhgilen weni-ger reich begabt sind, als die Schweiz, dieses Ländchen unbefriedigt

verlassen.

Auch als Mittel, den Körper zu stärken, verdient eine Reise indie Schweizer-Alpen den \orzug vor einer solchen selbst durch dieschönsten Gegenden des Flachlandes. Berge und Thäler, Hügel undEbenen wechseln in geringen Entfernungen mit einander, und ver-schaffen besonders dem Fussrcisenden Gelegenheit zu mannigfaltigerAnstrengung aller Tbcile des Körpers, ohne denselben so sehr zu

Handbuch für Reisende. VII. 1