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mehr Aufmerksamkeit geschenktals früher, (bes. geschätzt ist derHonig v. Grindelwald). — Itaub-thiere werden vereinzelt biswei-len getroffen : Bären im Grindcl-wald u. auf der Grimscl ; AVölfeim Jura noch sehr häufig, nichtseilen auch die wilde Kalze; bis-weilen zeigt s. an der Grenzegegen das Wallis auch der Luchs.Das W : ild vermindert sich mitjedem Jahre, doch ist der gemeineIlasc in der Ebene u der weisseBerghasc in den Alpen nicht sel-ten. Der Dachs u. das wildeSchwein zeigen s. hin u. wieder,erslcrer ain Thuner-S., letztererim Jura. Gemsen u. Murmel-thiere sind in den Gebirgen desOberlandes nicht selten. Der bär-tige Geycradler (Lämmergeyer)wird bisweilen, der Stein- u. Gold-adlcr häufiger angclroffen. — DasMineralreich liefert Goldsand, (inder Emme), Thonciscnslein (imJura) ein Eisenslcinlager, (imMühlelhal), Bergkrystall, (vorz.auf der Grimsel) ; Gypslager (anverschiedenen Orlen)", Steinkoh-lenflüssc, meistens aber nur sehrschwache, (am Ilealenhcrg, beiFruligen u. a. a. 0.); Sleinöhl,(im llabkern-Th.) Marmor Ihcilsanstehend (im Gadmen-Th.), thcilsals mächtige Trümmer (an vie-len Orten) ; vorlrcffl. Kalksteine(im Jura) ; Sandsleinbrüche (amGurten, bei Oberburg u. s. f.)Mineralquellen linden s. am Gur-nigcl, bei Blomenstein, Weisscn-burg, Engislein, Kosenlaui, Tur-bachu.s. f. — Einwohner: der C.zählt (Nov. 1837) 107913 E. in219 Kirchgemeinden, (daruntercirca % Kath., 960 Wiedertäufer,195 Juden); sie sind grossemTheils deutschen Stammes, in
einigen Thälcrn des Jura u. desehemaligen Bislhums Basel fran-zösischen Ursprungs. Die Bewoh-ner des Ilaslclandcs zeichnen s.durch schlanken Wuchs u. Schön-heit, so wie durch einen cigcn-t hü in I ic heil Dialecl auffallend aus,so dass in Uebcreinslimmung mitder Volkssage, man denselbenv. anderer (schwedischer) Ab-stammung annimml, als die derübrigen Gegenden des C. — Han-del u. Industrie. Im Ganzen sindLand- u. Alpenw irthschaft dieHaupterwerbszw eige. Im Emmcn-Tli., Saanenland u. einigen Ge-genden des Jura weiden vorzüg-liche Käse bereitet. — Im Ein-mcn-Th. u. Oheraargebiel wirdgute Leinwand verfertigt , auchfängt die Baumwollcnluchfabri-kalion au in Aufiiahmczukommen;Spilzenklöppclci in den an Neuen-bürg grenzenden Gegenden, beiBrienz u. Interlachen; Stiolillech-lerei in dem ebenen Laude; Holz-schnitzerei im Laulerbrumicn u.Habkern-Th. bei Brienz u. Mey-ringen ; Ulirmacherei im St. Im-mer-Th., Eisengruben, Hochofenu. Hammerwerke im ehemaligenBisthum Basel u. im Jura ; Fahr. v.Töpforgcschirr v. besonderer Güteim Jura u. s. f. Der Handel be-steht in etwas Spedition, Transitu. Detailhandel im Innern, vorz.in Leinwand, Baumwollen- u. Wol-lenstoffen , Eisenwaaren, Bau- u.Brennholz, Kohlen, Gyps, Kalku. Bausteinen, Töpfergeschirr;Butter u. Käse, Leder, Rindvieh,Pferden, W'ein , Taback u. s. f.Die Ausfuhr besteht vorz. in Fellen,Leder, W'olle, Hanf, Flachs, Lein-wand , Slrohgeücchlen, Taback,rohem u. verarb. Eisen, Glas-waaren, Butter, Käse, Talg, Rind-