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Anleitung auf die nützlichste und genussvollste Art die Schweiz zu bereisen / von J.G. Ebel ; im Auszuge ganz neu bearb. von G. v. Escher
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Zürich.

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Zürich.

che zuletzt das bewaffnete Ein-schreiten des französischen Con-suls Bonaparlc n. die Einführungder Medialions-Verfassung (1803)nach 6ich zog. Diese halte späterfür den ganzen Canlon wohl-thätige Folgen , wenn gleich an-fänglich 1804 ein Versuch, derRegierung Widersland enlgegen-zuselzcn, mit Gewalt unterdrücktwerden musste. Nach dem Sturzdes franz. Kaiserreichs fiel auch dieMediations-Verfassung, sie wurdedurch eine andere ersetzt, durchwelche die Sladt Zürich ein be-deutendes Übergewicht in der Re-präsentation über die Landschafterhielt. Die Einführung einerbeinahe gänzlichen Pressfreiheit1829, und die Thätigkeit verschie-dener, durch liberale Tendenzensich auszeichnender Vereine kön-nen als die vorbereitenden Kräfteangesehen werden, welche nachden franz. Juliuslagen 1830 imC. Zürich die Verfassung v. 1814wieder zum Umstürze brachten.Es wurden auf der LandschaftWünsche zur Erlangung u. Wie-derherstellung bürgerlicher Gleich-heit u. Abluilfo mehrerer Yolks-bescliworden rege, die sich am22. Novbr. in einer zahlreichenVolksversammlung zu Uster kundthaten, u. denen am 15. Februar1831 durch eine neue durchausumgeänderte demokratisch-reprä-sentative Verfassung entsprochenwurde, wobei die Stadt/s, dasLand % /s der Repräsentation imGr. Rathe erhielt. Nach einersechsjährigen Probezeit wurdeauch das letzte bis dahin nocheingeräumte Vorrecht der Sladtdurch die Repräsentation nach derKopfzahl aufgehoben. Im indu-striellen u. im Staatslebeu des C.

Zürich entwickelte sich in denletzten Jahren eine ausserordent-liche Thätigkeit; zugleich aberbildete sich in. dein Volke eineanfangs schwache, dann immerweiter um sich greifende Oppo-sition gegen die Regierung, diesich bei Anlass der Berufung desDr. Slrauss an die Hochschule inZürich durch eine von nahe an40,000 Bürgern Unterzeichnete Pe-tition (von 7. März 1839) lautausspracli. Als aber die Regie-rung diese Wünsche, die neuer-dings in einer am 26. Augustzu Klolcn ahgehallencn zahlrei-chen Volksversammlung kräftigund fest erneuert worden waren,nicht zu würdigen für gut fand,setzte sich eine bedeutende Volks-masse am 0. September in Bewe-gung, um denselben Nachdruckzu geben , wobei cs in Zürich zublutigen Thällichkeiten kam , inFolge welcher die Regierung sichauflöste, u. die Canlonal-Bchör-den gänzlich erneuert wurden. (AlsOpfer dieser Bewegung fiel der all-gemein geachtete Dr. Staatsralh J.Hegelschweilcr.) Dem Siebner-Concordat, dem Zürich am 17. März1832 zum gegenseitigen, bewaffne-ten Schutz der Regierungen sämmt-licher concordirender Stände bei-gclreten war, entsagte der gr. Rathmit Einmuth. Xhlleldenu. Staats-männer zeichneten sich in frühemZeilen aus : Rüdiger Maness , Pan-nerherr Slucki (Sieger bei Täl-weil), Ritter Schwend , Felix Kel-ler (bei Grandson), Joh. Wald-mann (bei Murten), llans v. Lan-denberg (beiGrandson u. Murten),Ulr. Slapfer, Marx Röust u. v. a.Von Schriftstellern v. Gelehrtennennen wir: Als Geschichtsfor-scher und Chronikschreiber Joh.