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6 (1844) Das amerikanische Staatensystem, das mohammedanische Staatensystem, die christlichen Staaten von Abyssinien, das buddhaistische Staatensystem und die Heidenwelt : nach den geographisch-statistischen Hauptverhältnissen / von Dr. Heinrich Berghaus
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Amerikanisches Staatenfystem.

tain, in Williamstown, eine Höhe von 5,488 Fuß erreicht. Am Con-necticut streichen zu beiden Seiten mehrere abgerissene Bergreihen bin,unter denen der Mount Hoiyvke, mil seinen Basalrsaülen, und derMount Tom, bei Northamptou, wegen ihrer malerischen Scenerei, diebeiden S uga r-l oa ves M ou n ta in s, die Westfield- u»d Housa-t onick-M ou ntai»s, der Taconik in Sheffield »nd der Wachusettin Princeton, die bemerkenSwerthesten sind. An Flüssen ist der Staatsehr reich; die wichtigsten der ihn durchströmenden sind: der Connecticut,Deerfield, Westfield, Chicapee, Merrimack, Concvrd, Nashaw, der Tann-ton, an welchem ein Felsen mit Hieroglyphen sich befindet, der Charles,Neponset und der Hoosich, über welchen eine natürliche Brücke führt.

Das Klima ist durchaus wie in den andern Neü-England-Staaten:im Winter kälter, im Sommer heißer, als unter gleicher Breite in-ropa. Erstere dauern vvm December bis Ende März, den Frühlingkennt man nicht; der Sommer ist heiß und kurz; der Herbst aber, dieschönste Jahreszeit des Landes, erscheint zu Anfang oder gegen die MitteSeptember und ist unvergleichlich. Ackerbau und Viehzucht gehen hierHand in Hand; der Ackerbau ist schon bedeutend vorgeschritten, und umBoston herum glaubt man sich nach England verseht. Mais ist dieHauptfrucht, gedeiht am besten und gewährt einen Ertrag von 608VBushels; Weizen kommt nur auf der Westseite des Connecticut fort, wo3835 Bushels der reichste Ertrag eines Acres ist; Winterroggen undHafer werden in Menge gebaut; Gerste nur wenig; Buchweizen nur aufNantucket; Flachs, Hanf und Hopfen werden bereits in Menge zur Aus-fuhr gewonnen, und eben so Kartoffeln, deren Anbau früher verbotenwar, und die einen Ertrag von 388488 Bushels vom Acre gewähren. Auch der Garten- und Obstbau ist nicht unbedeütend, und mancheOrtschaften besitzen so bebrütende Obstgärten, daß sie jährlich gegen 3,880Barrels Cyber zum Markt liefern. Die Viehzucht ist in einem großenTheile des StaateS der Haupterwerb; über die Hälfte des Landes bestehtaus fetten und magern Wiesen und Weiden, deren schönste sich am Con-necticut und Merrimack und deren Zuflüssen ausbreiten und die Vieh-zucht bedeutend unterstützen: die hiesigen Rinder sind stark und milch-reich; die Pferde, obgleich englischer und normäunischer Raffe, unahii-sehnlich und mager, doch lebhaft und ausdauernd. Der Ackerbau wirdallein mit Ochsen betrieben. Die Schafzucht ist neüerer Zeit durch Ein-führung spanischer und sächsischer Widder sehr veredelt worden, und dieZucht der Schweine, welche wenig kostet, ist außerordentlich gestiegen.Federvieh aller Art ist überall im Lande zu finden, und die Bienenzuchtallgemein verbreitet.

Für die Fischerei, den Stockfischfang sowohl als den Wallfischfangund die Fluß- und Küstenfischerei, ist Massachusetts der bedeutendsteStaat, und mehr als tausend Schiffe sind in derselben jährlich beschäf-tigt. Der Bergbau des Landes geht allein auf Blei und Eisen; dieübrigen Metalle und Mineralien, deren der Staat in Menge besitzt,werden fast noch gar nicht benutzt.

Der Gewerbfleiß ist in den letzten 25 Jahren außerordentlich geftie«gen. Manufakturen und Fabriken bestehen in allen Theilen des Landes,und übertreffen hinsichtlich ihrer Ausdehnung, die aller andern Staatender Union. Die beträchtlichsten bestehen in baumwollenen und wollenenZeugen, in Leder, Tauwerk, geistigen Getränken, Eisenwaaren, Hüten,Tischlerarbeiten, Papier, Pulver, Oel U. s. w. Zu Lynn ist der Hauptsitz