Das türkische Reich.
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der Oberverwaltung des Pascba's von Akka ftebt, die südliche Hälfte desLibanon umfassend, vom Meeresufer bis zum Scheitel des Gebirges rei-chend, und in diesen Stufen die manchfaltigften Produkte gewährend,unter denen der Seiden-, Wein-, Obst- und Tabaksbau obenan stehen,während im Hochgebirge die Viehzucht blüht.
Derreyeh, in der unter die Oberverwaltung des Pascha's vonDschidda gehörigen Landschaft Nedsched, im Innern der arabischen Halb-insel, war die Hauptstadt der Wahhabiten, einer Sekte der mohamme-danischen Religion, welche eine vollständige Reformation des Islambeabsichtigte, daher sie auch politische Zwecke verfolgte, die so durchgrei-fend wurden, daß die Sekte einen besondern Staat gebildet, und sichden größten Theil von Arabien, sammt den heiligen Städten Mekka undMedien, unterworfen hatte. Die Stadt hatte, in den glänzenden Zeitendes kurz dauernden Wahhabiten-Reichs, 28 Moscheen, 3« Medreffen undüber I5,vva I. Mit Auflösung dieses Reichs, durch die Gewalt dertürkischen Waffen, siel auch seine Hauptstadt nach siebenmonatlicher Be-lagerung im Jahre >8!S, und seit der Zeit ist Derreyeh verwüstet undverödet. Eben dasselbe gilt von den übrigen Städten der LandschaftNedsched, unter denen sich Anihah und Munfuhah auszeichneten. Dietürkische Regierung hält diese Völker des Innern von Arabien jedoch nursehr schwer im Zügel, und von einer eigentlichen Unterwerfung ist beiihnen kaum die Rede. Unruhig und nach Unabhängigkeit strebend, be-unruhigen sie die türkischen Besatzungen in den zerftreüten Forts desLandes unaufhörlich, und haben das Panier der Empörung nicht seltenmit Erfolg aufgepflanzt.
Diarbekr oder Kara-Hamid, Amid, das alte Amida, die Haupt-stadt des gleichnamigen EjaletS, am Tigris gelegen, zählt mindestens8v,«ov I., die Seiden- und Maroquin-Manufakturen, sowie TöpfereienUnterhalten und viele Kupferwaaren verfertigen, und mit diesen Erzeüg-uissen, sowie mit den Rohprodukten des Bodens, unter denen sich ganzbesonders die Melonen auszeichnen, einen sehr lebhaften Handel treiben.Diarbekr ist der Sitz eines chaldäisch-katholischen Patriarchen und BischofsUnd eines jakobitischen Patriarchen.
Dimoschk-el-Cham, das ist Damaskus, Hauptstadt des EjaletSdieses Namens, eine der ältesten Städte auf der Erde, die sich durchalle Stürme der Zeiten erhalten und den Rang, eine der größten undwichtigsten des türkischen Reichs zu sein, behauptet hat. Damaskus hatMindestens I., die sich zu gewissen Zeiten, vermöge der durch-
passirenden Fremden, auf 200,00« erhöhen, denn hier ist der Sammel-platz aller Mekka-Pilger aus der eüropäischen und asiatischen Türkei, unddu« allen mohammedanischen Ländern deö westlichen Asiens. Dadurchwird Damaskus zu einer der lebhaftesten Städte des türkischen Reichs,wo der Handel in hohem Grade blüht, aber auch die Industrie; na-mentlich ist diese Stadt seit hohem Alterthum berühmt durch ihre Klin-Sen-Fabrikation, welche die Kunst des nach ihr genannten DamascirenS"funden hat, die indessen von hier nach Buchara und Perfien entführtworden ist. Außerdem sind aber hier noch andere Manufakturen im^ange, der halbseidenen Zeüge, der Seifensiederei, der Feintischlerei,rei, Arbeiten mit Elfenbein und Perlmutter ausgelegt werden. Dieewohner von Damaskuö sind von jeher aüßerft wohlhabend, ja reichu Wesen, und es herrscht hier in den Wohnungen ein großer Luxus, da-' eine Reinlichkeit, die an die holländische erinnerte. DamaSkuS ist