Das persische Reich. 107
dem manche fabelhafte Sage im Umlauf ist. Noah soll, wie die mor-genläudischen Schriftsteller berichten, diese Stadt erbaut haben.
Niris, Hauptort in der zur Provinz FarS gehörigen LandschaftLaristan, berühmt wegen seiner Stahlwaareu.
Nischabur, Stadt in einer der fruchtbarsten Gegenden von Cho-rassan, mit 10,000 I., welche Lein- und Seidenweberei treiben. In derNähe sind die berühmten Turkis-Gruben. Nischabur ist mehrere Maledurch Erdbeben fast aus dem Grunde zerstört worden. Es ist der Ge-burtsort vieler in der Literatur-Geschichte des Morgenlandes berühmtenMänner.
Nescht, Hauptstadt der Provinz Gilan und Dilem, wovon derZuerst genannte auf die flache Küstenterrasse, und der zweite auf denGebirgsautheil der Provinz sich bezieht. Rescht liegt an der Mündungdes Scfid Nud oder Kisil Osee, und ist sowohl durch Gewerbfleiß, dermit Seideufabrikativn beschäftigt ist, als durch Handel der bedeutendsteOrt au der kaspischen Küste, dem mau eine Jnwohuerzahl von 60,000Seelen beilegt.
Rudbar ist der Name eine« Distrikts in Irak adschem, nördlichvon Kaswin gelegen, worin die Assassincn vierzig Schlösser besaßen; hierwar der Mittelpunkt ihrer Macht; die Provinz Kuhistan war das öst-liche wie das syrische Gebirgsland das westliche Priorat dieses Meüchler-vrdens.
Sari, Stadt in Masenderan, woselbst die königlichen Gräber wa-ven, d. i. die noch heilte bestehenden Grabgewölbe von Jredsch nnd Me-Nutschehr.
Sa w a, in Irak adschem, anf dem Wege von Tehran nach Hamadan,an der Stelle des Sees, den in der Geburtsnacht des Propheten einErdbeben verschlang. Hier ist ein Svmmerpalast des Schahs.
Schemiran, oder Schemrun, ein romantisches Thal in der Nähevon Tehran, mit einem der schönsten Luftschlösser des Schahs. In derNähe der Flecken Namin, der nach dem Verfalle von Nei lange mitTehran um die Ehre, die Hauptstadt des Landes zu werden, buhlte.
Schehristan, oder Robat Schehrista», die Hauptstadt der Provinz^ohistan, welche außerhalb aller Verbindung mit den übrigen Landschaf->en des Reichs liegt, da außer der Straße von Jesd nach Herat keinlssvßer Karavaneuweg durch dieselbe führt.
Schir, in Irak adschem, zwischen Seudschan und Maragha, woMinen von Gold, Silber, Arsenik, Quecksilber und Blei; auch dieser^.vt nimmt den Ruhm in Anspruch, die Geburtsstätte Soroasters zu
(siehe Urmia), der hier nach dem Gebirge Seilan sich zurückzog, ausdessen Grotten er mit seiner Lehre auftrat.
, Schir aö, Hauptstadt der Provinz Fars, mit Mauern, einer Cita-delle und vielen großen öffentlichen Gebaüden, in einem breiten, frucht-baren Thale, dessen Klima als das schönste von ganz Persieu gerühmtZ" werden pflegt. Schiras ist berühmt durch seine Pserde und Waffen,,'vch die Kunst seiner Arbeiten in Schmelz, seine Siegelstecher, Töpferund Steinmetz«; außerdem gibt es hier Glashütten, Seiden-, Wollen-mbrike,,' sodann auch eine Pulversabrik. Die Cypressen von Schirasund eben so berühmt, als die Platanen von Jßfahan. Die Stadt, deren^n wohn erzähl zu 30,000 Seelen angegeben wird, trägt, weil hier immer^unst und Literatur geblüht haben, den Ehrennamen Darvl Um, d. h.°>aus der Wissenschaft, und Burdschvlewlia, die Burg der Heiligen,