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Erster Abschnitt.
Von der Vegetation der Vorwelt oder von derSündflut h.
§. 290.
Wenn wir die verschiedenen Schichten der Erdrinde aus-schließen, so finden wir in denselben mancherlei Ueberreste vonPflanzen (und Thieren) eingelagert, bis wir auf das sogenannteUrgebirge gelangen, welches keine organischen Ueberreste einschließtund eben dadurch den Beweis liefert, daß seine Entstehung derganzen organischen Schöpfung vorausgegangen sey. Verfolgenwir nun, von diesem Urgebirge ausgehend, die verschiedenen Ge-birgsarten, welche sich schjchtenweise in weit von einander ent-legenen Zeiträumen über jenes aufgelagert haben, so lassen sich ge-wisse Bildungsperioden unterscheiden, in welchen jedesmal ein be-stimmter Charakter der Vegetation, durch mehrere Gebirgsschich-tungen hindurchgreifend, in den noch vorhandenen Pflanzenrestenausgesprochen ist. Da jedoch nicht überall die Grenze zwischenLiesen Bildungsperioden hinlänglich scharf ausgedrückt ist, so sinddie Geologen in der Annahme der leztern nicht ganz überein-stimmend"). Wir folgen hier der von H. Bronn"'") angenorü-menen Reihenfolge und Eintheilung der Gcbirgsschichten in fünfPerioden, um darnach dip in denselben eingeschlossenen Pfianzen-reste im Folgenden zu vergleichen.
*) Adolph Brongniart nimmt z. B. vier Bildungsperioden bisi>u den geschichtlichen Alluvionen an (Urosrome ä'une Kistoir« 6«»vexetsux fossile«, p. 218 ), während Henri Reboul nur dreisvlchrr vorsündfluthlichen Perioden gelten lassen will (Leolo^ie
sse Is Serioäe gusternaire ou Iiitrosuctioll k I'kistoire sncienne, vgl.
1834, p. 2S5), dagegen ka eilf Alter vor der
Geschichte des Menschengeschlechtes oder der jetzigen Bildungspe-riode unterscheidet (Alter der Natur und Geschichte des Menschen-geschl. Aus dem Franz, übers. von H. v. Meyer. Frankfurt a.M. 18öl>.)
") I,etbsea xeoxnostica.