andere hingegen auch die feinern Unterschiede dieser Theile fürwesentlich haltend, darauf eine größere Zahl vvn Gattungen grün-dn. So gibt es noch viele Beispiele, wo mau sich über diewirklich anzunehmenden Gattungen bis jczt nicht vereinigen konnte,wenn die Grenzen derselben von der Natur selbst weniger deut-lich gezogen wurden. Von der Gattung dcr Birn- und Aepfel-bäume (Uzwus) trennte schon Linnv die Ebereschen (8ov->,ur wegen ihrer abweichenden Tracht, da sie sich im Blü-thenbau gar nicht und im Bau der Frucht nur durch eine zartereund dünnere Jnnenhaut unterscheiden'-); andere Schriftsteller ha-ben aber auf den Grund hin, daß sich bei manchen Arten eineschmale Scheidewand vvn saftigem Parenchnm in die Fruchtsächcr^»schiebt oder daß diese Fächer mehr als zwei Samen einschließen,außerdem noch die Gattungen der Felsenbirnen (^melunvlciov)und Quitten (O^stonir,) davon getrennt. Die Linnsssche Gattungder Pflaumenbä u m c (Uvunus) wurde von verschiedenen Schrist-siellern nach der Gestalt der reifen Früchte und der Stcinschalcn,und selbst nach dem Blüthcnstandc in drei Gattungen, nämlich indie der Pflaumen (Uvunus), Kirschen (Oerasus) und Trau-benkirschen (kaäu8) zerfällt.
Während nun die Ansichten über diese von den Birn- undPflaum en bäumen getrennten Gattungen sehr verschieden sind,sindcn wir die Botaniker fast durchaus einstimmig über die Tren-nung der Gattungen der Erdbeeren und Finger-
kräuter (?otentill»), obgleich diese sich weder in den gegen-Wicigen Verhältnissen der Blüthentheile, noch im Bau der Frucht,sondern lediglich in dem mit der Fruchtrcise sich mehr oder wenigerverändernden Stempclträger unterscheide» lassen. Die eigentlichenErdbeeren, welchen ein stark vergrößerter, fleischiger und hohergefärbter Fruchtträger zukommt, sind zwar auch in ihrer Trachteinander ungemcin ähnlich; aber es gibt doch eine Art, welcheganz und gar das Ansehen der Erdbeeren bcsizt, aber mit ei-Uem kleinen trocknen Fruchtträgcr, dem Unterscheidungsmerkmale
*) Nach Linna sollte zwar die Gattung Sorbus sich auch durch dieZahl der Griffel von tss>-us unterscheiden; aber bei den Arten derlezten Gattung ist die Zahl der Griffel selbst so verschieden, indemsie von 2 bis 5 wechselt, daß sie durchaus nicht zur Unterschei-dung in mehrere Gattungen bcnüzt werden kann.
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