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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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318
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Lee Artennamcn höchstens bis zu den Schriftstellern des secbszehntenJahrhunderts (Fuchs, Dvdonäns, Clusins, Dalechamp,Same rar ins, Cvrdus, Lobet, Thal, Tabernämontanus)zurück; seine Synonymik der Gattungsnamen erstreckt sich abernicht über Tournesort's Zeit (zu Anfang des achtzehntenJahrhunderts) hinaus. De Can volle dehnt dagegen (Bestem,nut.) die Synonymie der Artennamen bis auf Dioskvrides(im ersten Jahrh. n. Chr.) und selbst auf Theophrast (imdritten Jahrh. v. Chr.), die der Gattungsnamen zum Theil bisauf Brunfcls (1532) aus. Da jedoch die Bestimmung derin den Schriften der Griechen und Römer aufgeführten Pflanzenoft sehr mißlich und unsicher ist, fv sollte man die Synonymie nichtbis zu ihnen ausdehnen, und da sie meist nur sehr unvollstän-dige Beschreibungen der Pflanzen geben, also in Bezug auf derenErkennung nichts daraus zu lernen ist, so erscheint eine solcheSynonymie nicht nur unzuverlässig, sondern wirklich auch über-flüssig und nutzlos, und verliert sich in ein Feld, welches nichtmehr der Diagnostik, sondern lediglich der Geschichte der Bota-nik angehört"). Erst mit den Vatern der Botanik des sechs-zehntcn Jahrhunderts fängt eine genauere Unterscheidung und

*) Einige Beispiele mögen die Unzurcrläsflgkeit solcher ältern Sy-nonyme darthun. Bei iV»8t»rtiuu> o5t><u»-Ue /r. S--. führt DeCaudolle («ynt. ,,»t. II. p. 188 ) als Synonyme an: 2mvz</3p,c>v

öre/oov «apöa/nvr/ («ai ctiov) >->I. 8»>»c. lik. 2. c»p. >56

(p. t42> und ?iti!itu>tium k-ti«. nilt. llikt. 498 ? (-'s. Ilipont. lit). 20.<»>>. so, 40l), wovon das erstere wohl, nach dem Wenigen, wasDioskvrides darüber sagt, zu unserer gebräuchlichen Bruu-nenkresse gehört; aber aus dem, was Plinins über sein

di»8tu> tiui» bemerkt: ,,L contra,in »aatui tium... 8»im»>» c»scuit _

Duo cjun ^enern..: KItcrum c.8t »iAiiua, gunü capitis vitia Pur-ist ctc." ist gewiß kein Mensch im Stande, zu schließen, daß erunsere Pflanze damit gemeint habe. Unter den Synonymendes kapavcr Kilon,« (KlatschMohn) wird ( 0 e e. l. c.l>. 76) poia-7 D/ieoM»-. aufgeführt, von welchem aber

Theophrast (ll^t. plant. lib. 9. «ap. 12 ) sagt, daß er eine»Samenkopf von der Größe eines Nagels am Finger habe, wäh-rend auch Dioskvrides <>. c. l>K. 4- c»p. 64.,,. 2 ss) von einemlänglichen Kopfe spricht, so daß ohne Zweifel nicht unserKlatschmohn mit verkehrt-eiförmiger Kapsel, sondern eine andereArt mit längerer Frucht (papavcr cluhium oder I'. ttrxesxine)von Theophrast gemeint ist.