Buch 
2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
Entstehung
Seite
372
JPEG-Download
 

372

oder Gegend desselben aufgeführt werden, hat man noch die Ge-fammtflora und die S p ec ia lflo reu dieses Landes zu unter-scheiden. Viele Floren enthalten endlich nur die Abrisse der pha-nerogamischen Pflanzen ihres Bezirks, und sollten demnach immerals Phanerogamenfloren sowohl von den Gesammtflo-ren als auch von den Kr yptog a me nflvre n unterschiedenwerden, was jedoch gewöhnlich von den Schriftstellern versäumt wird.

Manche Floristen nehmen nur solche Pflanzen auf, die wirk-lich in dem Bereiche ihrer Flora wild wachsen, und wollen.dieangebauten Pflanzen ganz ausgeschlossen wissen. Wenn wir aberaus einer Flora zugleich die allgemeine Physiognomie der Vege-tation sollen kennen lernen, so dürfen die im Großen angebautenGewächse, sowie die allgemein in Forsten und Alleen angepflanz-ten Bäume und Sträucher, namentlich auch die Obstarten, nichtÜbergängen werden, da ja eben diese Gewächse in unsern kultivie-ren Ländern durch ihre überwiegende Masse so häufig den Gc-sammteindrurk bedingen, weichen die verschiedenen Gegenden nachdem vorherrschenden A»bau eines oder des andern derselben aufuns machen. Es ist ferner ein Hauptzweck einer Flora, mitihrer Hülfe jede im Lande (wenigstens außerhalb der Ziergärten>vorkommende Pflanze bestimmen zu können; aber gerade die imGroßen kultivirten Pflanzen sind es, welche dem Anfänger zuerstin die Augen fallen, und die er vor allen zu kennen wünschenwird, abgesehen davon, daß er durch eine solche Pflanze, die zu-fällig verwildert oder auf einen andern, nicht zu ihrem Anbaubestimmten Ort gerathen ist, leicht in Verlegenheit gesezt wer-den kann, wenn er dieselbe nicht in seiner Flora angeführt fin-det. Es muß natürlich bei dergleichen Pflanzen angegeben wer-den, daß sie nicht zur einheimischen Vegetation gehören; abereine kurze Angabe ihres Anbaues und ihrer Benutzung in demfraglichen Bezirke ist fchr zweckmäßig, sowie überhaupt bei nutz-baren Gewächsen die Art ihres Gebrauches und Nutzens in demGebiete der Flora angegeben und die leztere dadurch selbst fürdas praktische Leben nützlicher gemacht werden sollte, als es ge-wöhnlich geschieht. Auch solche Pflanzen, die ausländischen Ur-sprunges sind, aber sich für beständig eingebürgert haben undjezt wirklich wild wachsen, dürfen, aus gleichen Gründen, nichtausgeschlossen werden; nur ist jedesmal das Nöthige über ihren