407
Botaniker am besten seine Uebungen im Pflanzenbcstimmen nachdem Linnä'schcn Systeme beginnen, wobei er jedoch der (§. 345)mitgetheilten Bemerkungen über die schwankenden und wechselndenVerhältnisse der Blüthcntheile eingedenk und stets auf seiner Huthseyn muß, damit ihn diese nicht irrleiten. Er hat ferner zu beher-zigen, was ebenfalls schon (S. 280 und 281) über die Grenzen,wie weit die Benutzung dieses Systems beim Pflanzenstudium gehensoll, gesagt worden. Darum sind aber auch diejenigen phytogra-phischen Werke zu seinen Uebungen am zweckmäßigsten, welche (wieKochs Synopsis der deutschen und Schweizer Flora) bei einer na-türlichen Anordnung der Pflanzen zugleich eine nach dem Sexual-system geordnete Uebersicht der Gattungen enthalten, wo dann derAnfänger gleich von vorn herein allmälig mit den natürlichen Ver-wandtschaften der Gewächse vertraut wird; denn da er sich nie mitdem, wesentlichen Charakter und dem bloßen Namen einer Pflanzebegnügen darf, sondern jedesmal auch die ausführlichen Charaktereund Beschreibungen vergleichen sott, um die Pflanze nach allenäußern Beziehungen kennen zu lernen, so wird er hier wie vonselbst auf die Familicn-Verwandtschaftcn geführt, und gelangt baldzur Einsicht, daß die Anordnung der Pflanzen nach diesen Ver-wandtschaften doch der eigentliche Weg sey, nicht nur das wirk-liche Studium derselben zu erleichtern, sondern auch ein immergrößeres Interesse dafür zu erwecken.
Ein anderes Mittel, um dem Anfänger das Auffinden derPflanzen-Namen zu erleichtern, ist die analytische Methode.Diese besteht darin, daß man das ganze Gewächsreich oder auchnur die einzelnen systematischen Abtheilungen desselben zuerst inzwei Reihen scheidet, dann jede dieser Reihen eben so in zwei Par-tien theilt, mit diesen auf gleiche Weise verfährt, und diese Tren-nung in zwei einander cntgegengesezte Reihen so lange fortsezt, bisman nur noch zwei Abtheilungen (Klassen, Ordnungen, Familien,Gattungen) oder Arten mit einander zu vergleichen hat, welchesich durch ein ausgezeichnetes Merkmal unterscheiden lassen. Durchdiese dichotvme Zerlegung des Gewächsreichs und seiner Abtheilun-gen wird es möglich für jede Doppelreihe bis zu den lezten Stu-fen herab solche Merkmale zu geben, welche einander geradezuwidersprechen und zwei einander wechselseitig ausschließende Cha«raktere bilden. Diese Methode kann ohne Rücksicht auf irgend