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Erster Band.
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nächster Beziehung. Wird ein Pendel aus seiner ruhenden senkrechtenStellung gebracht, so strebt die Schwere, ihn wieder dahin zurückzuziehen,und nur die Kraft der Trägheit bewirkt, daß er, anstatt gleich in dersel-ben zu verharren, einen Ausschlag auf die entgegengesetzte Seite giebt.Je mächtiger nun die Kraft der Schwere ist, desto schneller wird sie denPendel von seiner Abweichung zurückzuweisen streben, d. h. er wird seineSchwingung um so schneller vollenden. Nun aber ist nach den Gesetzendes Pendels die Schnelligkeit seiner Bewegung, nächst der Intensität derSchwere, auch von seiner Länge abhängig; denn ein Pendel vollendetseine Schwingungen in desto kürzerer Zeit, je kürzer es selbst ist, undumgekehrt. Von diesem Grundsätze ausgehend, erinnern wir uns daran,daß durch die Rotation der Erde die Schwere unter dem Äquator ammeisten verringert werde, und daß sie von dort nach den Polen, wo dieSchwungkraft immer schwächer wird, allmälig zunehme. Hieraus gehtdie Folgerung hervor, daß ein und dasselbe Pendel am Äquator lang-samer schwingen muß, als in Latituden, welche dem Pol sich nähern.Ein Pendel, welches so lang ist, daß es bei uns gerade eine SekundeZeit braucht, um eine Schwingung zu vollenden, wird unter dem Äqua-tor länger bei einer Schwingung verweilen; wäre es also dazu bestimmt,den Gang einer Uhr zu reguliren, so würde diese Uhr unter dem Äqua-tor zu langsam gehen, und wollte man seinen Gang beschleunigen, somüßte er um eine gewisse Große verkürzt werden. ,

Die Einsicht dieser ganz in der Natur der Sache begründeten Muth-maßung ist noch etwas älter als Huygens erste Gedanken von der abge-platteten Gestalt der Erde, welche wahrscheinlich dnrch jene hervorgerufenwurden. Der erste, welcher diese Ansicht erwähnt hat, ist Picard gewe-sen , der sich gerade um dieselbe Zeit, in der Voraussetzung, daß die Erdeeine Kugelgestalt habe, mit der Messung des Meridianbogens zwischenAmiens und Malvoisien beschäftigte. Durch Dergleichung der vorhande-nen Beobachtungen bemühte er sich, die Nichtigkeit dieser Ansicht zu prü-fen, konnte aber bei der Unvvllkommenheit der Messungen von der Längedes Sekundenpendels zu keinem sichern Resultat gelangen; ja er glaubtesogar durch Versuche gefunden zu haben, daß der Pendel zu Paris undim Haag genau dieselbe Länge habe.

Als daher die Pariser Akademie der Wissenschaften im Jahre 1671den Astronomen Richer nach Südamerika schickte, um in Cayenne astro-nomische Beobachtungen anzustellen, ertheilte sie ihm ganz besonders denAuftrag, dort die Länge des Sekundenpendels zu bestimmen. Seine des-salsigen Bemühungen hatten einen günstigen Erfolg. Er fand, daß seine

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