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die Erde ihre Rotation vollendet, und dieses geschieht bekanntlich in vierund zwanzig Stunden. Denken wir uns eine Anzahl Meridiane in glei-chen Abständen durch die Pole gelegt, d. h. daß ihre Ebenen am Polgleiche Winkel bilden, so wird die Ebene eines jeden dieser Meridiane imVerlauf von vier und zwanzig Stunden durch die Sonne gehen. Darumentsprechen vier und zwanzig Stunden mittlerer Sonnenzelt dem Erdum-fänge oder 36» Graden der Longitudv. Orte also, welche unter entgegen-gesetzten Meridianen liegen, haben zwölf Stunden Zeitunterschied, d. h.wenn die Sonne aus dem Meridian des einen Orts um ü Uhr, oder nachbürgerlicher Rechnung um 12 Uhr, ist, so wird es auf der entgegengesetz-ten Seite 12 Uhr oder 12 Uhr Nachts sein; mithin entsprechen 12 Stun-den 18» Graden der Longitudv. Und an Orten, die unter einem Meridianliegen, welche um Quadranten von dem ersten abstehen, wird es 6 Uhroder 18 Uhr, oder nach bürgerlicher Rechnung 6 Uhr Morgens und 6 UhrAbends sein; und folglich korrespondiren sechs Uhr und achtzehn Uhrmittlerer Sonnenzeit mit 90° und 270" der Longitudv. Nehmen wirBeispiels Weise den Meridian von Berlin an, so finden wir, daß anallen Orten, die von Pol zu Pol unter demselben liegen, es in einem unddemselben Augenblicke Mittag ist; es wird aber 1 Uhr Nachmittags anallen Orten sein, die unter einem Meridian liegen, welcher 15° östlichvvm Berliner Meridian ist, und 2 Uhr Nachmittags, wenn der Unter-schied der Meridiane 30" beträgt u. s. f. Anderer Seits wird eine Stundeam Mittag fehlen, oder es wird 11 Uhr Vormittags sein an allen Orten,die unter einem Meridian liegen, welcher 15" westlich von Berlin entferntist, und es werden zwei Stunden am Mittage mangeln, oder es wird l«Uhr Vormittags an allen Orten sein, deren Meridian 3ü° vom BerlinerMittagskreise absteht u. s. s. Allgemein also korrespondirt 1 Stunde mit15°, und 4 Minuten Zeit korrespondiren mit 1". Weil demnach alle Orte,die unter demselben Meridian liegen, in gleichem Augenblicke Mittag,oder jede andere Stunde haben, und der Mittag an Orten unter verschie-denen Meridianen verschieden ist; und überdieß der Unterschied zwischender Mittagszeit unter zwei Meridianen der Differenz ihrer Länge propor-tional und mithin ein Maaß dieser Differenz ist: so folgt, daß, wenn wirdie Stunde an irgend einem Orte als bekannt voraussetzen und im Standesind, in demselben Augenblicke die Stunde an einem Orte unter irgendeinem andern Meridian zu ermitteln, auch die Längendifferenz beider Me-ridiane bestimmt werden kann; denn sie ist der Zeitunterschied zwischenbeiden Meridianen, nach Stunden, Minuten und Sekunden gerechnet, derdurch Multiplikation mit 15 Grad für jede Stunde und verhältnißmäßig