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größer oder kleiner ist. Es folgt hieraus, daß in der Atmosphäre Ursa-chen thätig sein müssen, welche in dem Druck der Lust auf die Quecksil-bersäule Veränderungen herbeiführen. Weil also die torriccllische Rohreden Druck der Luft durch die damit kvrrespondirende Quecksilbersaüle an-zeigt, so hat man ihr den Namen des Schweremessers oder Barometersgegeben, und weil mit den Veränderungen im Druck der Luft gemeinig-lich ein Wechsel der Witterung verbunden ist, so hat man das InstrumentWetterglas genannt. Da der Druck der Luft nach der Länge der Queck-silbersaüle gemessen wird, so kann bei dieser nur ein bestimmtes Längen-maaß angebracht werden, wozu man in Deütschland meistens PariserZolle und Linien wählt; und da Veränderungen des Wetters sich nachden Oscillationen des Luftdrucks nicht unmittelbar richten, so sind dieBezeichnungen: beständig, schön, veränderlich, schlecht Wetter, die mangewöhnlich an den Barometern findet, von verhältnißmäßig geringemWerthe. Je höher man sich mit dem Barometer in der Lust erhebt,desto geringer wird die Höhe der Luftsaüle, welche auf das Quecksilberdrückt; kennt man dann das Gesetz, wonach jener Luftdruck mit wachsen-der Hohe abnimmt, so hat man ein Mittel, letztere aus dem beobachtetenBarometerstände zu berechnen, und so ist demnach das Barometer zugleichein Hypsometer, d. h. ein Höhemesser. Jenes Gesetz ist durch Boyle inEngland und Mariotte in Frankreich gleichzeitig entdeckt worden, die ge-sunden haben, daß sich, unter übrigens gleichen Umständen, „die Elasti-cität der Luft umgekehrt wie der Raum verhalte," den eine gleiche MengeLuft einnimmt. Weil sich bei gleicher Menge die Dichtigkeit auch umge-kehrt wie der Raum verhält, so heißt dieses eben so viel als: „die Ela-sticität verhält sich wie die Dichte;" oder weil die Federkraft im Zustandeder Ruhe der zusammendrückenden Kraft gleich ist: „die Dichte der Luftverhält sich wie das Gewicht, welches sie zusammendrückt, d. h. wie dieHöhe der Quecksilbersäule, oder des Barometers." Alle diese Ausdrückebezeichnen einen und denselben Satz, der in der Physik unter dem Namendes Mariotte'schen Gesetzes bekannt ist.
Unter dem mittlern Barometerstand versteht man denjenigen Druckder Luft, bei welchem sich alle Schwankungen und Störungen der Atmo-sphäre zu einer Normalhöhe der Quecksilbersaüle ausgeglichen haben. Dadie Oberfläche des Weltmeeres die einzig gleichförmige (wir wollen sagen)Kugelfläche der Erde ist, und daher auf einen jeden ihrer Punkte einegleich hohe Atmosphäre drückt, Erde und Dunstkreis als Kugel gedacht,so müßte unter dieser Voraussetzung der mittlere Barometerstand amMeebe überall auf der Erde gleich sein. Aber Erde und Atmosphäre haben