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Nimmt man die mittlere Äquatorial-Temperatur als Einheit an,so findet man, nach der Beobachtung selbst, die Hälfte dieser Temperaturin der alten Welt bei Lat. 45°, uno in den östlichen Gegenden des neüenContinents bei Lat. 39° N. Das Gesetz der Abnahme der mittlern Tem-peraturen findet man in der folgenden Tabelle:
Bon Lat. 0° bis 20° in der alten Welt 2°; in der neüen Welt 2°
20 — 30
4°
6°
30 — 40
4°
7°
40 — 5V
7°
9°
50 — 60
0 ,5
7°,»
Von 0° bis 60 .
.31°,.
In beiden Welten,"
sagt Hr. von Humboldt,
„liegt die Zone, in
welcher die mittlere Temperatur am schnellsten abnimmt, zwischen denParallelen von 40° und 45°. Die Beobachtung giebt ein mit der Theorievollkommen übereinstimmendes Resultat, denn die Veränderung des Qua-drats des Cosinus, welche das Gesetz der Temperatur ausdrückt, ist gegenden Parallel von Lat. 45° die größte, welche möglich ist. Dieser Umstandmuß einen günstigen Einfluß auf die Bildung und den Kunstfleiß derVölker haben, welche die dem mittlern Parallel benachbarten Länder be-wohnen. Es ist dies der Punkt, wo die Regionen des Weinftocks andie des Oliven- und Citronenbaums gränzen. Nirgends anders auf derErde, von Norden nach Süden, findet man ein merklicheres Abnehmender Temperaturen, nirgends auch folgen die Erzeügnisse des Pflanzen-reiches und die manchfaltigen Gegenstände des Ackerbaues schneller anfeinander. Eine große Verschiedenheit in den Erzeügnissen der Gränzen-der belebt den Handel und vermehrt den Gewerbfleiß der ackerbauendenVölker."
Je mehr man sich, unterhalb des Parallelkreises von 30°, der heißenZone nähert, desto mehr werden die Jsotherm-Linien nach und nach unter-einander und mit dem Erdäquator parallel, so daß die lange Zeit ange-nommene Meinung, die alte Welt sei auch zwischen den Wendekreisenwärmer als die neüe, gar keinen Grund hat. Die guten Beobachtungengeben die