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welche eine mittlere Temperatur von 11 ° erreichen. Auf dem St. Gott-hard kann die Birke nicht wachsen, weil der wärmste Monat des Jahreskaum auf eine Wärme von 8° steigt. Die Gerste bedarf, um mit einigemVortheil gebaut zu werden, während neunzig Tagen eine mittlere Tem-peratur von 8'/r° bis 9°. — Hier zeigen sich also in der Vertheilung derWärme Erscheinungen, welche auf das organische Leben vom größtenEinfluß sind, und einer speciellen Erörterung bedürfen, die wir uns fürdasjenige Buch vorbehalten, in welchem die pflanzengeographischen Ver-hältnisse betrachtet werdet! sollen.
In dem Bisherigen sind wir der Darstellung des Urhebers der, fürdie physische Geographie so einflußreich gewordenen, Lehre von den Iso-thermen ausschließlich gefolgt, weil die aus ihr hervorgehenden Begriffemit einer Klarheit ausgesprochen sind, wie sie nicht wieder erreicht wordenist. Unterliegt es auch keinem Zweifel, daß die Lehre seit der Zeit, wosie von Hrn. von Humboldt bekannt gemacht wurde (1817), weiter aus-gearbeitet werden konnte, in Folge einer Vermehrung der Beobachtungen,so ist es auf der andern Seite nichts desto weniger wahr, daß eben dieseVermehrung durch Humboldt's geistreiche Arbeiten, die das Ganze derNaturforschung in ihren verschiedensten Zweigen umspannen, hervorgerufenworden ist, und die Modifikationen, welche das System der Isothermenin Folge einer größern Zahl von Beobachtungen erfahren hat, verhältniß-mäßig so geringfügig sind, daß die neuern Bearbeitungen dieses Gegen-standes wesentlich dazu beigetragen haben, die von A. von Humboldt auf-gestellten Sätze mehr oder minder zu bestätigen und zu bekräftigen. Unterden Physikern Deutschlands, welche den von Humboldt vorgezeichnetenWeg weiter verfolgt haben, steht Kämtz oben an. Indem er das Phä-nomen in seiner ganzen Allgemeinheit untersuchte, gelang es ihm mitHülfe einer großen Menge von Thermometer-Beobachtungen, die im Jahre1817 theils nicht vorhanden, theils unbekannt waren, die Knoten der Iso-thermen, oder ihre Durchschnittspunkte mit den Parallelkreisen so scharfzu bestimmen, als der gegenwärtige Stand unserer Kenntnisse von denTemperatur-Verhältnissen der Atmosphäre es nur immer gestattet. Fol-gende Übersicht enthält die von ihm für die nördliche Hemisphäre gefun-denen Resultate.