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Gebirge haben, außer ihrem allgemeinen Klima, in jeder Höhe besondereKlimate, welche durch die Strahlung der Plateaus, die Abdachung desTerrains, die Nacktheit des Bodens, die Feuchtigkeit der Wälder und dievon benachbarten Gipfeln herabkommenden Luftströmungen modificirtwerden. Ohne Kenntniß der Örtlichkeiten würde man den Effekt dieserstörenden Ursachen bemerken, wenn man die mittlern Temperaturen ver-gliche, welche gleichen Höhen zugehören; doch würde die Erörterung dieserBeobachtungen auch beweisen, daß der Umfang der Veränderungen ge-ringer ist, als man es gewöhnlich glaubt. Wenn man zwei und dreißigTemperaturen nach der Hypothese untersucht, daß ein Grad Wärme-Ab-nahme mit 10 iU,s (2VV Metres) correspondirt, so findet man durch dieTemperatur der hoch gelegenen Orte sechs und zwanzig Mal die Tempe-ratur der Ebenen wieder, welche 27° bis 28° beträgt. Nur sechs Malweichen die Temperaturen um mehr als 2° ab, und die Rechnungsfehlervereinigen sich mit den Wirkungen der Örtlichkeiten. Die Luft, welcheauf den Plateaus der Andes ruht, vermischt sich mit der großen Masseder freien Atmosphäre, in welcher zwischen den Wendekreisen eine über-raschende Temperatur-Beständigkeit herrscht. Wie ungeheuer auch immerder Bau der Cordilleren ist, er kann nur schwach auf die Luftschichtenwirken, welche sich unaufhörlich erneüern. Anderer Seits, wenn die Pla-teaus am Tage erhitzt werden, so strahlen sie desto mehr während derNacht aus; denn gerade auf diesen mehr als 1400^hohen Ebenen ist derHimmel am reinsten und in seinem heitern Ansehen am beständigsten.In Peru z. B. hat das herrliche Plateau von Caxamarca (1464^ überdem Meere), wo der Weitzen das achtzehnte, die Gerste das sechszigsteKorn giebt, mehr als zwölf Quadratstunden Ausdehnung; es ist plattwie der Grund eines Sees und von einer runden Mauer schneefreierBerge geschützt. Seine mittlere Temperatur beträgt 46°, und doch erfriertzuweilen der Weitzen in der Nacht, und in einer Jahreszeit, wo dasThermometer vor Sonnenaufgang auf 8° fiel, sah Hr. von Humboldt esam Tage im Schatten auf 25° steigen. In den geraümigen Ebenen vonBogota, die um I0V« niedriger sind als Caxamarca, erhebt sich die mitt-lere Temperatur kaum auf 14°,z. Indem er die Städte, welche auf denPlateaus liegen, mit denjenigen vergleicht, die am Abhänge der Berge ge-legen sind, findet Hr. von Humboldt für die erstem eine Zunahme derTemperatur, welche wegen der nächtlichen Strahlung 1°^ bis 2'/- nichtübersteigt. Diese Vermehrung ist in den niedern Regionen der Andesetwas größer in den breiten Thälern, deren Grund zweihundert bis zwei-hundert fünfzig Toisen über dem Meere stehen. Es befremdet, mitten in