Band 
Erster Band.
Seite
203
JPEG-Download
 

203

Andeskette hinaufsteigend konnte Boussingault nicht anders als die modi-ficirenden Thätigkeiten der Temperatur bestätigen, welche A. von Hum-boldt nachgewiesen hat; er fügt hinzu, daß die Wohnplätze auf den Cor-dilleren, welche am Rande der Plateaus gelegen sind, ein kühleres Klimahaben, als die Dörfer im Innern der Vergebenen. So hat Facatativa,am westlichen Rande der Esplanade von Bogota, eine Temperatur von13°, i, während die mittlere Wärme von Santa-Fö, das in gleicher Höhe,aber 21 geograph. Meilen vorn Plateanraude entfernt liegt, schon 14°,zbeträgt. Während die Bedeckung des Bodens von wesentlichem Einflußist, scheint seine geologische Beschaffenheit, d. h. der Wechsel der ver-schiedenen Felsarten keine Thätigkeit auf die Veränderung der Temperaturauszuüben, und selbst die Nähe thätiger Feüerberge hierin mit einge-schlossen werden zu müssen. So fand Boussingault die mittlere Tempera-tur von Purace, Pasto, Cumbal, obwol diese Örter von flammendenVulkanen beherrscht werden, nicht höher als die von Bogota, Santa-Rosa,de Osös, dem Paramo de Hervö, Punkte, die auf einem Boden gelegensind, der nicht im mindesten vulkanisch ist. Andrerseits fand er den Ein-fluß der Bodenbedeckung auch auf den Abhängen der Andes bestimmt aus-gesprochen und die trocknen, dürren Landschaften bei gleicher Höhe viel wär-mer als Örter, welche von Wäldern eingeschlossen sind. Darum haben Quito,Nio-Bamba, Latacunga, Ambato, obschon sie höher als Bogota, Santa-Rosa, Paispamba liegen, ein weit milderes Klima. In der nachstehen-den Tabelle, welche eine Übersicht der Beobachtungen von Boussingaultenthält, ist die Verschiedenheit der Bodenbedeckung angeführt worden;die ursprüngliche Angabe des Meter-Maaßes haben wir in Toisen ver-wandelt, und für die Schichten von fünfhundert zu fünfhundert Toisendie Mittelwcrthe eingeschaltet, um die von Boussingault gefundenen Re-sultate desto leichter mit den Humboldtschen vergleichen zu können. Wosich zwischen beiden Abweichungen zeigen, da sind dieselben offenbar demEinfluß der partiellen Klimate zuzuschreiben, auf die, wir erlauben uns,daran zu erinnern, Hr. von Humboldt sowol, als sein fleißiger Nach-folger auf der Bahn der Untersuchung der Andeskette zur Genüge auf-merksam gemacht haben.