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Erster Band.
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auf das Jahr 1700. Von da an also lassen sich genauere Thatsachen überdie aüsiersten Grade nachweisen, welche die Wärme in den verschiedenenGegenden der Erde erreichte; und es läßt sich die oft angeregte Meinung,daß die Wärme an der Oberfläche der Erde verändert worden sei, schärferbeurtheilen, als dies vor jenem Zeitpunkte möglich ist. Wenn wir unsaber, sagt Arago, in Beziehung auf die entferntere Zeit auf gewisseGränzen, z. B. auf die Untersuchung beschränken, ob die Winter in derGegenwart mehr oder weniger streng sind als früher, so läßt sich derMangel unmittelbarer Beobachtungen dadurch ersetzen, daß wir uns andie Angaben verschiedener Schriftsteller in Bezug auf einzelne Naturer-scheinungen halten, z. B. an das Zufrieren von Flüssen, Landseen, Mee-restheilen u. s. w. Die wenigen hier gesammelten Thatsachen werdenbeweisen, daß, wenn man auch die den alten Schriftstellern natürlicheÜbertreibung in Abzug bringt, doch die Winter vor mehreren Jahrhun-derten wenigstens eben so streng sich zeigten als zu unserer Zeit. Soerzählt Dio Cassins, daß die berühmte Trajansbrücke über die Donau inder Absicht geschlagen wurde, den Übergang über den Strom im Winterzu erleichtern, wenn das Wasser nicht gefroren sei. Im ersten Jahrhun-dert vor unsrer Zeitrechnung waren die Eisdecken an der Mündung desMaiotischen Sumpfs so stark, daß Neoptolemos, des Mithridates Heer-führer, an der Stelle, wo er im Sommer die Barbaren in einer See-schlacht besiegte, sie im Winter mit seinen Reütergeschwadern auf demEise schlug. Und folgende Inschrift auf einem ehernen vom Eise geborste-nen Wasserkruge im Tempel des Asklepios zu Pantikapaion (das heü-tige Kertsch auf der Taurischen Halbinsel) führt Eratosthenes an:

Wenn ja einer der Menschen nicht glaubt, wie seltsame Dinge

Bei uns geschehn, der lern's, schauend dies Wafsergcfäß.

Nicht als köstliches Tempelgeschenk für den Gott, als ein Denkmal

Heftiges Frostes nur hat's Stratos, der Priester, geweiht.

Daß in unsern Tagen der Don, selbst in gewöhnlichen Wintern, Eistreibt und mit seinen Schollen einen großen Theil des Asoffschen Meeresbedeckt, ist bekannt; in strengen Wintern fährt man in Wagen von einemUfer zum andern auf der Eisdecke.

Im Winter von 400 auf 401 nach Chr. Geb. war, wie wir auseiner Erzählung des MarcellinuS Comes wissen, die ganze Oberfläche desSchwarzen Meeres mit Eis bedeckt, welches im Frühling dreißig Tagelang durch die Straße von Constantinopel in berghohen Massen getriebenwurde, die sich lange im Marmvra-Meer erhielten, ehe sie schmolzen.