Band 
Erster Band.
Seite
248
JPEG-Download
 

248

tend gelichtet worden sind, dagegen viel Laubholz in den Obst- und Zier-gärten angepflanzt worden ist, so läßt sich die Verminderung der Wärmeeiniger Maßen wol nachweisen, vbwol die Größe derselben immer sehrhoch erscheinen muß.

Aus den Beobachtungen in Schweden und Dänemark glaubt Schouwden Schluß ziehen zu dürfen, daß auch die Wärme der einzelnen Jahres-zeiten unverändert geblieben sei; Arago findet dagegen, daß in Toskanaund in ganz Nord-Amerika der Winter minder kalt, der Sommer minderheiß geworden, und auch in einigen Gegenden von Frankreich die mittlereSommerwärme nicht mehr so hoch als vordem ist. Daß die Erdwärmeals .stationär angesehen werden könne, geht aus der obigen Angabe derBeobachtungen in den Souterrains der Pariser Beobachtungen hervor.Auch ist La Place durch scharfsinnige Untersuchungen auf dieses Resultatgekommen, weil nämlich eine Veränderung der mittlern Erdwärme eineModifikation des Volumens der Erde, und somit auch ihrer Rotationherbeiführen würde; aber so weit astronomische Beobachtungen in dasfernste Alterthum hinaufreichen, hat sich die Rotation noch um kein Hun-derttheil der Sekunde verändert. Eine sehr entfernte Nachwelt, sagt A.von Humboldt, wird entscheiden, ob, wie Leslin durch sinnreiche Hypo-thesen zu beweisen gesucht hat, zweitausend vierhundert Jahre hinreichendsind, um die mittlere Wärme der Atmosphäre um einen Grad z>u erhöhen.Wie langsam auch dieses Wachsen sei, so muß man doch einräumen,daß ein Wagesatz, nach welchem das organische Leben auf der Erde sichallmälig zu vermehren scheint, unsere Einbildungskraft weit angenehmerbeschäftigt als die alten Systeme, die ein Kälterwerden unsers Planetenund ein Anhäufen des Polareises lehren!

" » «

Nachdem die Handschrift dieses Kapitels bereits vollendet war, erhiel-ten wir durch die wohlwollende Mittheilung des Hrn. von HumboldtKenntniß von dem »Amerikanischen Almanach für das Jahr 1836F welchenCharles Bvwen in Boston seit einer Reihe von Jahren regelmäßig er-scheinen läßt. Es befinden sich darin u. a. Nachrichten über den Wintervon 1834—35, der in den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika mitaußerordentlicher Intensität geherrscht hat, während er in Eüropa mitverhältnißmäßig großer Milde auftrat. Wir können nicht umhin, dieseNachrichten hier aufzunehmen und damit einige andere Notizen zu ver-binden, die bereits im Maiheft 1835 unserer Annalen der Erdkundebekannt gemacht wurden.