287
noch ein Mal knrz zusammen, so ergiebt sich, daß Europa in Beziehungauf die Regenverhältnisse im Ganzen genommen aus zwei Provinzen be-steht: der südlichen Provinz, wo Herbst- und Winterregen, und der mitt-lern Provinz, wo Sommerregen vorherrschen; und diese Provinz dehntsich, mit einer kurzen Unterbrechung, die sie in der Mitte von Rußlanderleidet, weit in das Innere von Nordasien aus.
Über die Regenverhältnisse in der nördlichen Hemisphäre der NeuenWelt fehlt es durchaus an genügenden Beobachtungen, um zu allgemei-nen Ansichten über die Bertheilung des Niederschlags zu gelangen. Nuraus dem Staate New-Pork (Lat. 41"'/- bis 45° N.) kennen wir einigeAngaben über die mittlere Regenmenge des Jahres, und zwar nach Beob-achtungen in vier Jahren, woraus erhellet, daß dieselbe, für den Bereichdes ganzen Staates, 34" 5 '",2 beträgt. In Cambridge, Lat. 42° 23^ N-,im Staate Massachusetts, ist sie 36" 6"', 2 . Nach A. v. Humboldt beträgtdas jährliche Regenquantum in den Vereinigten Staaten unter dem Pa-rallel von Lat. 40° N. 40". In West-Ehester, einem Orte im StaatePennsylvanien, Lat. 40° 9s., sechs deütsche Meilen westlich von Phila-delphia, ist die Regenmenge 44"; in Marietta, Lat. 39° 24^ N., imStaate Ohio, ist sie 39", und in Charleston, Lat. 32° 45" N., in Süd-Carolina beinahe 45". In West-Ehester und Charleston, namentlich andem zuletzt genannten Punkte, walten die Sommerregen vor; beide Orteliegen in dem Gebiet des atlantischen Küstenklima; dagegen haben inCambridge, das ebenfalls an derselben Küste liegt, die Herbst- und Win-terregen ein bedeütendes Übergewicht, während im Innern des Kontinents,nach den freilich nur zweijährigen Beobachtungen in Marietta zu urthei-len, Sommer und Winter sich hinsichts der Niederschlüge nahe gleich zustehen scheinen.
Wenden wir uns nach der gemäßigten Zone der südlichen Hemisphäre,so haben wir bereits im fünften Kapitel das an Regen außerordentlichreiche Klima der Südspitze von Amerika in den Umgebungen des KapHoorn kennen gelernt. Derselbe Karakter zeichnet das ganze Feüerland aus.Nebel, sagt King, sind an dieser Küste sehr selten, dafür herrscht aber ewigtrübes Regenwetter, das nur außerordentlich selten von einem matten Sonnen-strahl unterbrochen wird; am meisten regnet es während der langen Tage, ei-niger Maßen Helles Wetter zeigt sich nur in den kurzen Tagen. Die MonateAugust, September, Oktober und November sind die schlimmsten im ganzenJahr; dann hören die Niederschlüge in Gestalt von Regen, Schnee undHagel nie auf. Während des Aufenthalts des Chanticleer in der Martins-Cove, am Kap Hoorn, betrug die Regenmenge in ein und vierzig Tagen nicht