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ist ihre Bewegung sehr langsam, und nicht selten verschwindet sie oderlöst sich auf. Als Regel läßt sich annehmen, daß, wenn mit der BöRegen verbunden ist und dieser vor dem Eintreffen des Windes fällt, dieStöße sehr schwer, dagegen minder wüthend ausfallen, wenn der Winddem Regen vorhergeht, in welchem Falle die Bö mit mäßigen Regen-schauern endigt. Diese Regel erleidet jedoch durch örtliche Einflüsse nichtselten Ausnahmen. Die fallende Bö kann nicht so leichr erkannt werdenals die vorige, weil sie aus Wolken in den untern Regionen der Atmo-sphäre entsteht; sie erzeügt meistens Regenschauer und darauf folgendeWindstöße. Die weiße Bö endlich ereignet sich nicht oft, und wenn esgeschieht, so kommt sie nur in der Nähe der Wendekreise oder innerhalbderselben, und zwar gewöhnlich in der Nachbarschaft von Gebirgsküstenvor. Diese Bö weht sehr heftig, und da sie bei klarem Wetter vorkom-men kann, ohne daß sich in der Atmosphäre ein Zeichen ihrer Annäherungsehen läßt, so ist sie für die Schifffahrt aüßerst gefährlich. Das einzigesie begleitende Merkmal ist das weiße, schäumende Wasser an der Ober-fläche des Meeres, welches von der Gewalt des Windes in die Höhe ge-hoben wird.
In der Seemannssprache heißt Fallwind derjenige Wind, welcher aneiner Gebirgsküste aus den Thälern derselben mit Heftigkeit herausströmt,oder gleichsam herausfällt. Der stehende Wind ist derjenige, welcher schonmehrere Tage einerlei Richtung gehabt bat, und von dem man vermuthenkann, daß er selbige noch eine Zeitlang behalten werde; er ist gleichför-mig, wenn die Bewegung der Luft in einer gegebenen Zeit mit ziemlichgleicher Geschwindigkeit erfolgt. Ihm entgegengesetzt ist der umlaufendeoder Ruck-Wind, wie die Seeleüte sagen, der keine bestimmte oder festeRichtung hat, sondern sich bald hier- bald dorthin dreht; dies nennt derSeemann: der Wind kriecht aus und ein; während der Ausdruck: derWind schießt um oder laüft um, die Veränderung der Windrichtung imAllgemeinen bedeütet. Wenn die Luftströmung in kurzen Zeitraümen,d. i. sekundenweise, stärker und schwächer ist, so entstehen Windwellen,von denen man in einigen Gegenden Deutschlands sagt: der Wind hindert.
Wirbelwind nennen wir diejenige Bewegung der Luft, welche entsteht,wenn sich die Luft um einen Mittelpunkt schnell im Kreise dreht. Wirkter in hohem Grade, so wird dasjenige erzeügt, was wir Wind-, auchSandhose, und auf dem Meere Wasserhose nennen. Diese Erscheinungwird meistentheils einem elektrischen Effekt zugeschrieben, indem sie sichgewöhnlich dann zeigt, wenn eine schwarze, dicke, mit elektrischem Fluidum