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Grundriss der Physiologie des Menschen / von Dr. G. Valentin
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Thätigkeit des weichen Gaumens bei dem Schlingen.

so erklärt es sich, weshalb noch Menschen, die ihren Kehldeckel verlorenhaben, ohne Hinderniß schlucken können. Es ereignet sich nichtsdestowe-niger im Gesunden oft genug, daß die Verhältnisse der Stimmritze Ver-legenheiten herbeiführen. Sprechen oder lachen wir während des Essensoder Trinkens, so verschlucken wir uns leicht. Ein Theil der flüssigenoder halbfesten herabgeführten Massen dringt durch die Stimmritze r indie untere Kehlkopfshöhle L. Der Empfindungsreiz der Schleimhautzieht die stürmischen Ausathmungsbewegungen des Hustens unmittelbarnach sich.

tz. 375. Der weiche Gaumen ändert sich verhältnißmäßig am Mei- smst,»>.»gften im Augenblicke des Niederschluckens. Er sorgt dafür, daß Nichts «E»!!-"in die Choanen gelangt. Der Hauptzweck seines verwickelten Spielesliegt eigentlich in der Absicht, den Bissen in den oberen Schlundraum,über A, Fig. 78, nicht eindringen zu lassen.

§. 376. Die hier in Betracht kommenden Theile zeigen sich in den

Fig. 79 dargestellten Verhältnissenim ruhenden Zustande. Die mehroder minder flach gehaltene Zungeläßt die einzelnen Gebilde des Ra-cheneinganges ziemlich vollständigvor dem Spiegel erkennen. Mansieht dann die beiden vorderen oderdie Zungen-Gaumenbogen unddie beiden Hinteren oder die Schlund-gaumenbogen Die freien Rän-der von diesen ragen etwas weiternach innen, als die von jenen her-vor. Der weiche Gaumenvorhangck trägt in seiner Mitte das herab-hängende Zäpfchen e. Die Man-deln /// liegen im Grunde des

Fig 79.

zwischen dem Gaumenbogen und befindlichen Zwischenraumesverborgen.

tz. 377. Macht man nur leere Schluckbewegungen und drückt die sichdabei emporwulstende Zunge, um die Aussicht offen zu erhalten, mit demFinger nieder, so gestalten sich die Verhältnisse, wie es Fig. 80 (s. f. S.)andeutet. Die vorderen Gaumenbogen ziehen sich weiter nach au-ßen zurück, während sich die Hinteren ao" couliffenartig nach innen vor-schieben. Die Oeffnung, die zwischen den Hinteren Gaumenbogen früherübrig blieb, verschmälert sich zu dem Raume §. Dieser schwindetsogar gänzlich, wenn die Jnnenränder von v und zusammenstoßen.Das Zäpfchen e kann die oben übrig bleibende Lücke ausfüllen helfen.Da aber die vorderen Gaumenbogen nach außen zurückweichen, soerweitern sie den zwischen ihnen übrig bleibenden Oeffnungsraum und