Buch 
Umrisse nach der Natur / Joh. Friedr. Ludw. Hausmann
Entstehung
Seite
92
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als Abends zuvor, denn in der Dunkelheit wähn-ten wir sie noch fern, als wir uns schon in derNähe ihres Fußes befanden. Bald stiegen wiran steilen Felsen in die Höhe. Die Kühle desMorgens und die gespannte Erwartung des Son-nenaufganges beflügelten unsere Schritte. InKurzem befanden wir uns in bedeutender Höheüber der weit ausgedehnten Hügclgegend. Nochfunkelten die Sterne; bald aber wurde ihr Lichtblasser. Die schwache Erhellung des östlichenHorizontes gieng allmalig in eine lebhafte Ver-goldung über. Nur noch der Morgenstern ichdachte, als ich sein glänzendes Auge sah, anHebel's liebliches Gedicht verkündete diebaldige Erscheinung seiner Mutter. Die Umrisseder näheren Gegenstände und bald auch der ent-fernteren Berge, wurden mit jedem Augenblickebestimmter. Wie vor einer goldenen Folie,beschrieben sie ihre Wellenlinien. Jetzt tratenhinter ihnen in den ausgezeichnetsten Gestalten,auch die fernen Alpen des Dauphinc auf dasBestimmteste hervor. Ihr Anblick überraschte unsim hohen Grade und um so mehr, da sie sichuns scheinbar so nahe darstellten, als hätten wirsie in einem halben Tage erreichen können.Spuren von Strahlen schienen in dem immerheller werdenden Hintergründe die Stelle zu be-zeichnen, wo die Sonne bald hervorblicken werde;