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Erstes Bändchen. Von der ältesten Zeit bis zu Christoph Columbo's Tode / von Karl Falkenstein
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7
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Atlantis.

Die Carthaginenser kannten nach dem Zeug-nisse Aristotelis und Diodors von Sicilien^")eine große Znsel im Westen, wo Wein, Korn unddie auserlesensten Früchte im Ueberflusse vorhan-den waren, Quellen und Gesundbrunnen die üp-pigsten Fluren durchschlängelten, und Alles vonGold, Silber und Edelsteinen strotzte. Diesesglückliche Eiland, dem man den Namen Atlantisbeilegte, war von den üppigen Carthaginenserudazu bestimmt, im Fall eines unersetzlichen Ver-lustes der Sitz und Aufenthalt ihrer Republik zuwerden, weil die darauf befindlichen Städte undFlecken, die reichen Handelshäfen, und endlichdie herrlichen Tempel und Prachtgcbaude derAtlantiden ihre Habsucht mit ewiger Sehnsuchtspornte. Plato brachte diese Nachricht imSchmucke seines poetischen Styles von seinerReise aus Aegpptcn nach Griechenland, ist aberüber das Wesen der Atlantis mit sich selbstnicht einig. Bald hält er sie für ein den Säu-len des Herkules gegenüber liegendes Land, dasgrößer sei, als Asien und Afrika zusammenge-nommen, bald für eine mäßig große, aberüberaus fruchtbare und glückliche Insel, undläßt sie endlich im Ocean untergehen.")

Ob diese Nachricht von der frühen Bekannt-schaft eines Landes in Westen mit Malte-Brunals eine augenscheinliche Fabel zu erklären, oder

10) <!e Itlii'-M. es. Ijoalimrw».

1786. 4. c»p. 85. vio«1. 8ic. IV. 500.'

11) I'lnto im Kimaos und Kriton.