Aconitum. ORDO 111. 951
Arten mit Erfolg angewendet werden, so ist es doch hei der in Be-stimmung der Arten herrschenden, namenlosen Verwirrung am gerathen-sten, sich an diese zu halten, und auf sie bezieht sich auch fast Alles,was bei den pharmazeutischen Schriftstellern über A. tiapcllus und A.neommitanvm gesagt wird. Jn Svensk bot. t. 46. wird Linnö'sA ’opcUus (eine l'einblätterige Form von A. ncomonlamtm, Wulf.) ab-gebildet, und gesagt, dass man wohl auch diese Art in Schweden an-wende. Der Verf. irrt aber darin, indem für diese Pllanze nur dereinzige von Linnd angegebene Standort in Schweden bekannt, die inallen Gärten daselbst gemeine Pllanze, aber ebenfalls unser A. Störkia-mim ist. — Von allen Pflanzen dieser Familie scheint diese Art diegiftigste [zugleich auch heilsamste] zu sein. Alle Theile derselben, vor-züglich aber Blätter und Wurzel, blsitzen eine ausserordentliche Schärfe.Mit der Zunge in Berührung gebracht, erregen sie auf dieser einenheftig brennenden Schmerz und erhöhetc Sekretion der Speicheldrüsen.Die durch die Wurzel des Akonits erregten Zufälle, die Gewohnheit derGebirgsbewohner, sie unter das als Köder dienende Fleisch zu mischen,welches Wolfe und andere reissende Thiere tödten soll, beweisen hin-länglich ihre verderbliche W'irkung. Zahlreiche Versuche und Erfah-rungen, welche Orfila mit dem Akonit machte, gaben ihm folgendeResultate: der Saft der Blätter, in den Magen, Mastdarm oder dasZellgewebe gebracht, veranlasst gefährliche Zufälle, denen schnell derTod folgt. Noch heftiger ist die Wirkung der Wurzel. Das wässerigeExtract von dem äusgepressten Safte der frischen Blätter bereitet, vor-züglich aber das w ehrgeizige Extract, besitzen dieselben so giftigenEigenschaften. Alle diese verschiedenen Zubereitungen wirken auf dasNervensystem, besonders auf das Gehirn, und veranlassen eine Störungder geistigen Funktionen; ausserdem erregen sie auch noch eine örtlicheReizung in den Organen, auf welche sie angebracht wurden *).
2380. A. exaltatum Bkiinii. filamentis pilosis, cas-side conica, llcim. illuslr. 1. LXXJI.
Hoher E. y. 8. 9. Ueher mannhoch und schnurgerade, Blätter de-nen von A. Störkianum' ähnlich, aber der Blüthenstaml ganz abweichend,pyramklalisch ästig, alle Aeste so wie die Achse gerade (bei jenen bo-gig), Blüthenstiole lang, aufrecht abstehend, vielblüthig, Biüthcn blass-blau, mit kegelförmiger, offner Haube mit hakig aufgebogner Spitze.
*) Vergl. Riciiaiid’s mcdlcinischc Botanik aus d. Franz, mit Zu-sätzen und Anmerkungen her&usgcg. von Dr. G. Kunzu. Zweiter TheilLeipzig 1826 von pag. 1016 — 1034, wo die ganze Geschichte der me-diciuischeu Aconiten zuerst wahr und ausfültrlich abgehandelt worden.