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Glarnerland und Walensee / von Ernst Buss
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von allen Kantonen paritätisch. Während es im Wechsel mit denandern Ständen seine Landvögte in die gemeinen Herrschaften: Bheinthal,Gaster, Tessin, Thurgau und Baden, sandte und sein besonderes Unter-thanenland Werdenberg ebenfalls durch YÖgte regierte, führte die dadurcherzeugte Gewinnsucht zur Yerloosung der Aemter, zur Bestechung undMissgriffen in der Verwaltung, und die Saat der durch Geist, Wissenschaftund Charakter ausgezeichneten Männer verwelkte; doch im auswärtigenKriegsdienst, wo die Söhne der Vornehmen zu den höchsten Würdenemporstiegen, blühte die Ehre des Glarnernamens weiter. Im Innernschuf die strenge Handhabung von Zucht und Sittlichkeit stets wiederOrdnung.

Nach Jahrhunderte langem, fast ungestörtem Stillleben in Einfachheitund Sittenstrenge folgten dann die Zeiten der Noth, herbeigeführt einer-seits durch furchtbare Ueberschwemmungen und gänzliche Versumpfungdes untern Linththales (Seite 91), andrerseits durch die Stürme derfranzösischen Revolution. Als Bern gefallen war, schwor die Lands-gemeinde, Gut und Blut gegen die plündernden Heere der Franzoseneinzusetzen, und kämpfte heldenmüthig, aber, weil verlassen und viel zuschwach, erfolglos bei Wollerau (30. April 1798). Die helvetische Ver-fassung wurde, ob auch mit Widerstreben, angenommen und Glarus zumHauptort des neuen Kantons Linth erhoben. Im Jahr darauf standen sichMassena und Hotze, Franzosen und Oesterreicher , die Letztem von denHussen unterstützt, in der Schweiz gegenüber. Nachdem die Glarner gegen Oesterreich gekämpft, wurde ihr ganzes Ländchen ein Schlachtfeld,auf welchem fünf Monate lang drei Heere sich schlugen (Hotzes Tod beiSchännis, Uebergang Suwarows über den Panixer, Seite 77). Erschöpfungund Hungersnoth folgten; 1115 arme, meist verwaiste Kinder wurden inden grossem Schweizerstädten aus Mitleid aufgenommen. Nach demSturz der Helvetik wurde die alte Verfassung hergestellt und 1837 daskonfessionelle Doppelregiment beseitigt. Auf die Hungerjahre 1816 und1817 kamen Hand in Hand mit dem Fortschreiten des Linthwerkes bessereTage.' Unter dem Schutze des Friedens und durch energische Anstrengungaller Kräfte hoben sich in ungeahnter Weise Handel, Gewerbe undFabrikation, Wohlstand, Schule und Bildung, gemeinnützige Einrichtungenund Anstalten, und unter dem belebenden Einfluss der neuen Bundesver-fassung, der Eisenbahnen, Telegraphen und sonstiger Fortschritte, denensich unter der Führung vorzüglicher Staatsmänner alle Thore öffneten,erstarkte der Kanton in erfreulichster Weise, so dass er nicht nur dieKatastrophen von 1861 und 1881, den Brand von Glarus und den Berg-sturz von Elm (Seite 76), ohne tiefere Schädigung aushielt, sondern auchals eines der blühendsten, reichsten, fortgeschrittensten und glücklichstenGemeinwesen der Eidgenossenschaft fest und ehrenvoll dasteht.