Kantons, 22 Jahre lang (1533 bis 1555) geamtet hat undwohin die sämmtlichen Ortschaften von Hätzingen bis Rüti sammt
Im Thurm fehlt die einstige vierteGlocke; dieselbe soll zur Zeit einerTheurung um so viele Pfennige ver-kauft worden sein, als die kleinsteGlocke zu fassen vermochte. Betschwan-
den war im Jahre 1703 der Mittelpunkteiner Reihe von nicht weniger als 37Erdstössen, von denen mehrere •währenddes Gottesdienstes erfolgten, als derPfarrer eben über Erdbeben predigte.
Nach viertelstündigem Marsch ist das gewerbreiche DorfRüti (mit Braunwald 956 Einwohner, Eisenbahnstation) erreicht,das, wie so manche Orte gleichen Namens (von reuten), diealten Zeiten in Erinnerung ruft, in welchen die allemannischenAnsiedler die waldbedeckte Thalsohle in nutzbares Wiesen-und Ackerland umwandelten, das sich aber mit seinen Fa-briken ganz in den Strom der neuen Zeit gestellt hat. EinStück alterthümlichen Lebens tritt uns aber noch entgegendrohen auf den zu Rüti gehörigen Braun waldbergen.
Ein Besuch derselben wie überhauptder ganzen Gebirgsterrasse, die vonSchwanden bis Linthal der Glärnisch-kette vorgelagert ist, gehört zu den ge-nussreichsten und interessantesten kleinenTouren im Kanton. Yon jedem Ort führenWege hinauf. Wir wählen den vonSchwändi. Er erreicht nach steilem Zick-zack zuerst die Guppenalp. (Am Wegviele Versteinerungen aus dem Muschel-band des Glärnisch , auch Bergkrystalle.)Bei der mittleren Sennhütte zeigen diesogen. Eisenlöcher die Ueberreste eines1530 begonnenen, später wieder aufge-gebenen Bergwerkes. Der grössere Stollenist eingestürzt, der kleinere führt 50 m tiefzu einem Teich krystallhellen Wassers.Schmelzofen und Hammer standen in derHerrenrüti bei Schwanden. Beim obernStafel erfreut uns der GeiSSer (1679 m)mit einer wundervollen Aussicht in’sThal und Gebirge. Nahe dabei tritt unsim Töneloch ein interessantes Speciinenjenqr merkwürdigen Felsspalten undHohlen entgegen, aus welchen im Sommerein kalter Luftstrom herausbläst, währendim Winter ein kalter hineinzieht, diedesshalb gerne zu Milchkellern benutzt
werden und vielerorts im Kanton (Leuggel-bödeli, Klönthal, Krähenberg, Britter-wald etc.) Vorkommen. Man nennt sieWindhöhlen oder Wetterlöcher undglaubte ehemals, es werden darin vonden Hexen die Gewitter bereitet. Steine,in’s Töneloch geworfen, hört man dröh-nend tief hinab von Stufe zu Stufespringen. Yon hier gelangt man in einerStunde zu dem geologisch merkwürdigenMuschelband.
Weiter oben hinter dem kleinen Guppen-see beim Uebergang über den Felsen-grat (1729 m) überrascht uns ein ent-zückender Anblick, denn jenseits liegtin tiefer Mulde wie ein reines, blauesKindesauge der wunderliebliche Ober-blegisee (1426 m., 10 Min. lang, 5 Min.breit und 26 m tief, ohne sichtbaren Ab-fluss). Von Gletscherbächen genährt undvon grünen Matten umsäumt, auf denenzahlreiche Herden unter traulichem Ge-bimmel grasen, bietet er ein Bild won-nigen Friedens und herzerquickenderStille, das um so stimmungsvoller wirkt,in je auffallenderem Kontrast es zu dergrossartig wilden Gebirgsumgebung steht.Senkrecht starren die Glärnisclnvände mit