6
gestatten nicht, eine Schilderung von ihrenWohnungen, Gebräuchen, Waffen, abergläubi-schen Begriffen, von der grausamen Sitte, denJünglingen, wenn sie in das Mannesalter tre-ten, einen oder mehrere Vorderzähne gewalt-sam auszubrechen, von den Gauckeleien ihrerKarrahdis oder Zauberer, von dem unglück-lichen mehr als sklavcnartigen Zustande ihrerWeiber, dem Abtreiben und TLdten der Kin-der und endlich dem gänzlichen Mangel an Got-tesverehrung zu entwerfen, welches alles demNcuhsllander so sehr den Stempel roher Eigen-thümlichkeit aufdrückt. Das letztere dürfte be-sonders beachtenswerth seyn, da es den Mas-stab an die Hand gibt, nach welchem man die-ses noch auf der niedrigsten Stufe der Culturstehende Volk beurtheilen muß. „Was die Re-ligion betrifft," bemerkt Huntcr, „so konntenwir bisher noch nicht entdecken, daß sie irgendeinem Gegenstände göttliche Verehrung bewie-sen, denn sie widmen weder der Sonne, nochdem Monde, noch den Sternen, eine größereAufmerksamkeit, als irgend einem Geschöpfe,das mit ihnen dies unermeßliche Land bewohnt."
Nur bei einigen wenigen Stämmen ist eineArt von Fetischdienst wahrgenommen worden,und spätere Reisende, unter andern Evans, ha-ben von den Vandiemens-Jnsulancrn gehört,daß die Stämme anf der Ostküste den Sitz ih-rer Götter auf die blauen Berge verlegen.Die Karrahdis, denen sie eine übernatürlicheKraft zuschreiben, scheinen auf solche Begriffe,so wie auf eine Ahnung von einem zukünftigenZustande hinzudeuten, indem nämlich da, wo