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menhang, so daß einer den andern wechselsnmseerläutert.
1672 In dem Jahre 1672 wurde der oben er-wähnte Pater Wansleben von dem franzö-sischen Minister Colberl noch einmal nachAegyp-ten abgeschickt, theils, um Kenntnisse von die-sem Lande einzusammeln, theils, Handschriftenfür die königliche Bibliothek zu Paris auszu-kaufen. Dieser Joh. Michael Wanslebcn (fran-zösisch schrieb er sich Vunslcch) war zu Erfurtvon protestantischen Aeltern geboren und hattezu Königsberg Philosophie studirt. Er wurdebald darauf mit seinem berühmten LandsmanneLudolf bekannt, auf besten Kosten er zuersteine Reise nach England machte. Nach seinerZurückkauft schickte ihn Herzog Ernst von Sach-sen-Gotha nach Acgypten und Abyssinien, be-sonders, um das letztere Land näher kennen zu !lernen. Er kam aber nur nach Aegypten, und 'kehrte auch von da bald weiter nach Rom zu- ^rück, wo er im Jahre 1605 zur katholischen zReligion überging und in den Orden der Do-minikaner trat. An diesem unstäten, aber viel-bcgabten Manne müssen wir besonders das au-ßerordentliche Sprachgenie bewundern, indemer, außer den meisten asiatischen und afrikani-schen Sprachen, auf die er sich unter Ludolf'sLeitung hauptsächlich verlegt hatte, fast alle eu-ropäischen sprach und schrieb, und seine Reisensowohl in deutscher, als französischer und ita-lienischer Sprache, verfaßte.
1672 Erwähnt zu werden verdient auch die gleich-zeitige Reise des Holländers Adrian vanBerkel nach Rio de Verbi« und Surinam,