22
So weit die Aeusserungen Loew’s, einer unserer diptei'olo-gischen Autoritäten.
Jeder Unbefangene wird sehen, dass ich im Jahre 1856 ii. denParasiten der Chiroptern auf dem ruhigen Wege der Synonymik,wie es Jedem, der nach Wahrheit strebt, geziemt, einhersclritt,nachher aber zu diesem Verfahren durch die eingeschlagenenRettungsversuche Hrn. Frauenfeld’s gezwungen worden bin.Mittlerweile haben sich aber auch von Strebla Wiedemunnii Exem-plare im British Museum, in den Sammlungen der Hrn. Goudet,Grosse und Loew gefunden, und Letzterer hatte die Gefälligkeit,mir auf einige Zeit ein Prachtexemplar zu überlassen, um es durchJul. Müller’s geschickte Hand und naturhistorischen Blick ausdem Microscope abbilden zu lassen. Dass Hr. Loew in der Ber-liner Entomologischen Zeitschrift vom Jahre 1858 ausgewichenist und gewissermassen diejenigen Dipterologen, welche nicht imBesitze der Exemplare sind, im Ungewissen darüber Hess, gehörtauf ein anderes Blatt und mag diese bekannte Autorität selbst mitihrem Gewissen abmachen. Dass Hr. Gerstaecker in seinemBerichte über die Leistungen in der Entomologie vom J. 1855an eine Vereinigung dieser Gattungen nicht denkt und denkenwill, überlassen wir seinem Denkvermögen und seinem Willen;nur wundern wir uns über seine Consequenz, dass nach seiner Aus-sage, S. 242, Macquart’s neue Arten aus seinen Beschreibungennicht zu erkennen sind, er aber dennoch die Gattung Raymondiavon Brachytarsina dadurch unterschieden wissen will, dass siekeine Augen und deutliche Schwungkölbchen besitzt. SolcheManoeuvres sind keiner weiteren Beachtung werth! Wir wollenjedoch sehen, was sich noch für die Rettung der Gattung Ray-mondia auf ehrliche Weise thun lässt.
Einer Beachtung, doch mit grösster Vorsicht, wäre wohl dieParthenogenese — von der schon von Chamisso alternatiogenerati-onum (Generationswechsel) genannten verschieden — werth, wennsie auch vielleicht nicht eine solche Ausdehnung ihrer Giltigkeitüber höher organisirte Thiere behaupten dürfte, wie ihr von manchen