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Das Alpengebirge.
Thales seinen Anfang. Seltener haben Bäche und Flüsse ihren Ur-sprung aus Glättschern, oder entstehen aus Seen. Die aus Glätt-schern hervorkommenden Bäche sind gleich hei ihrem Anfange beträcht-lich stark, und wenn sie Seen bilden, in welchen die schweren Theil«sich niederschlagen, bei ihrem Austritte aus denselben überaus schön-farbig, durchsichtigem Goldpraser ähnlich. Auf der Alpregio» ent-springende Bäche sind zwar überaus klar und kristallhell, haben aberdie schöne Farbe nicht, die man bei den aus Glättschern kommendenantrifft. Auf der Alpregion, welche nicht sehr abhängig ist, fließendie kleinen Wässerchen langsam, sobald sie aber die steile Waldregionerreichen, stürzen sie und spülen, besonders wenn sie durch Regenoder während der Schneeschmelze stärker sind, sich tiefe Gründe undRisse in dieselbe; oft scheinen sie wegen der großen Steilheit, solange sie auf der Waldregion sich bewegen, aus weißem Schaum zubestehen. Auf der Waldregion vereinigen sich selten einige oder mehresolcher Bächelchen, wohl aber auf der sanfter ansteigenden Basisre-gion, wo sie in breitem Steinbette in Krümmungen sich winden.Hier sind sie in der Regel noch nicht so stark, daß man sie nicht,wenn es an Regen fehlt, überspringen oder leicht durchwaten könnte.Je weiter die kleinen Bäche aber gelangen, um so mehr werden sievon Seitenbächcn verstärkt und gewinnen dadurch an Mächtigkeit,und die größeren Flüsse erweitern nach längerem Laufe ihr Bett sobedeutend, daß dasselbe, mehre Meilen unterhalb ihres Ursprunges,eine Breite von tausend Schritten und darüber hat, sie es bei nie-drigem Wasserstande weit nicht ausfüllen, sondern bald einarmig, baldmehrarmig zwischen den Kies- und Steinbänkcn sich durchwinden. Da.das Bett der grbßeren Alpenflüsse so breit ist, sind sie bei niedrigemWasserstande sehr seicht, und werden aus diesem Grunde, und weilsie so starken Fall haben, erst spät fahrbar. Zum Holzflößen werdensie dagegen stark benutzt.
Merkwürdig ist die häufige Veränderung in der Stärke derAlpengcwässer. Im Winter und nach der Schneeschmclze sind sie oftsehr seicht. Sobald aber Regenwetter oder die Schnceschmelze ein-tritt schwellen sie plötzlich an und die kleinen Bäche, welche mankurz zuvor sehr unbedeutend sah, erhalten eine Größe und Gewalt,daß man darüber erstaunt. Nach einem allgemeinen Regen strömenaus allen Felsenriffen und allen Schluchten, welche vorher trocken